Die Wucht der Bezahlschranke

Vor einer Woche habe ich die Süddeutsche Zeitung in einer Lesermail gebeten, mir einen guten Grund zu geben, warum ich als Abonnent neuerdings zusätzlich Geld dafür zahlen soll, dass ich SZ.de lesen kann. Thema Bezahlschranke. Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen. Scheint eine schwierige Frage gewesen zu sein. Aber man sollte meinen, es könnte eine Antwort auf so eine Frage bereit stehen, wenn man anfängt, für sein Internetangebot Geld verlangen zu wollen. Verkehrsschild im Schnee

Mal kurz die Fakten. Ein Zeitungsabo der Süddeutschen Zeitung kostet 54,40 Euro im Monat (innerhalb Bayerns). Eine Menge Geld, für das man eine Menge Papier frei Haus erhält, das man mehrheitlich nicht (mehr) liest. Aber der Deal ist o. k., eine Zeitung ist was wert. Mir ist es das seit über 40 Jahren wert. Und schließlich kann man als Ehepaar das Abo zu zweit nutzen.

Digital kommt teuer

Jetzt soll man dafür, dass man viele Artikel online liest (die man dann am nächsten Tag gedruckt nicht mehr lesen will), 7,50 Euro monatlich zusätzlich zahlen. Damit nicht genug. Der Ehepartner, da nicht Abonnent, muss für das Onlineangebot 29,99 Euro zusätzlich zahlen. (Die ganzen verbilligten Angebotswochen mal beiseite gelassen, denn die sind schnell vorbei.) Macht summa summarum 91,89 Euro. Das sind 37,49 Euro mehr, knapp 70 Prozent Verteuerung.

Oder will der Verlag, dass man auf das gedruckte Produkt verzichtet. Dann wäre man mit 59,98 Euro dabei, also nur ca. 10 Prozent Kostensteigerung. (Größere Haushalte mit Kindern oder Großeltern mal beiseite gelassen.) Egal: Hier hätte man doch schon gerne wenigstens ein gutes Argument. Denn so viel besser ist die Süddeutsche zuletzt nun auch nicht geworden.

Die Gratis-Kultur des Internet

Das zentrale Argument kenne ich ja sowieso: Das altherkömmliche Businessmodell funktioniert nicht mehr. Die Werbung bricht weg. Die Klein-, Auto-, Stellen- und Immobilienanzeigen sind schon lange den Bach runter. Die Verkäufe werden weniger, die Abonnenten auch. Und Onlinewerbung funktioniert auch nur sehr bedingt, mit hohem Risiko, dass sie mit zunehmend mobiler Nutzung auch massiv einbricht. Und wer ist schuld? Nicht zuletzt ich, der immer die Gratis-Kultur des Internets propagiert habe. Seit 1995. Schon damals hat mir das keine Freunde gebracht.

Das ist natürlich Quatsch, das mit der Gratis-Kultur, aber es argumentiert sich so bequem damit. Ich habe immer dafür plädiert, dass man neue Wege der Finanzierung von Content finden muss. Auch ich habe mich mit der einen oder anderen Einschätzung geirrt. Aber die Idee, sich lieber selbst zu kannibalisieren als die Klein-, Auto-, Kontakt-, Stellen- und Immobilienanzeigen verlagsfernen Firmen zur Eroberung auf dem Präsentierteller anzubieten, wollte nie jemand akzeptieren – bis es zu spät dafür war.

Google ist an allem schuld

Wie wenig – im Ganzen gesehen – Online-Werbung funktionieren kann, habe ich nicht abgesehen. Zu sehr habe ich Werbung als selbstverständliche Finanzierungsmethode von redaktionellen Inhalten gesehen. Ein wohl unvermeidlicher blinder Fleck der beruflichen Selbstwahrnehmung, wenn man über Jahrzehnte im Magazin-Business (vor dem Internet) davon – gut – gelebt hat.

Nun ist also – neben der Gratis-Kultur des Internet, versteht sich – die Digitalisierung daran schuld, dass das Anzeigenbusiness nicht mehr funktionieren will. Genauer gesagt ist Google dran schuld. Das behaupten zumindest die Großverleger und ihre Verbände. (Zur selben Zeit, arbeiten diese aber munter und sehr bereitwillig bei der Vermarktung ihrer Inhalte mit Google zusammen. Darüber wird aber brav still geschwiegen.)

Der Geburtsfehler der Qualitätsmedien

Die Wahrheit ist eine andere: Es war der Geburtsfehler der Zeitungshäuser schlechthin, dass von Anfang an die Werbung die teuren Herren und Frauen Journalisten und die von ihnen (mal teuer, mal weniger teuer) produzierten Inhalte quer subventioniert haben. Ein verständlicher Fehler. Schließlich sind viele Publikationen einst von Druckereien gegründet worden, die ihre Maschinen ausgelastet sehen wollten. Und wenn es informative und qualitätsvolle Inhalte brauchte, zwischen die man werbliche Inhalte platzieren konnte, dann war man sogar bereit, für Inhalte Geld in die Hand zu nehmen.

Dabei waren es genau diese qualitativen Inhalte, die Meldungen, die Features, die Reportagen, die Meinungen, die Reflexionen und auch die Provokationen, die unsere Gesellschaften, die unsere Demokratien erst möglich machten – und so lange prägten, dass sie uns heute – fälschlicherweise – selbstverständlich erscheinen. Ohne eine freie Presse, ohne die Vielfalt an gedruckten Meinungen wäre unsere pluralistische Gesellschaft nicht möglich.

Die Bezahl-Kultur durch Werbung

Blöd nur, dass ausgerechnet alles das dank der Finanzierung durch Werbung möglich wurde. Sozusagen haben wir nun schon seit ca. 150 Jahren eine fatale Nicht-Bezahl-Kultur von Inhalten durch Anzeigen und kommerzielle Angebote. 150 Jahre Bezahl-Kultur durch Werbung. Und genau die droht jetzt durch die Digitalisierung, vulgo GoogleFacebookTwitterWhatsAppPinterest&Co kaputt zu gehen. Aber ausbaden soll das nun der Käufer und Abonnent von Inhalten, weil der schuld ist an der Gratis-Kultur des Internet? Oder so.

Was mich daran so ärgert, ist die Business-Ignoranz der Verlage. Mit ihren Bezahlschranken sorgen sie sehr effektiv dafür, dass sie sich einerseits komplett und offenen Auges von jungem Lesepublikum verabschieden. Und zum zweiten nehmen sie sich aus dem öffentlichen Diskurs heraus, der heute nun mal in sozialen und mobilen Medien stattfindet. Und das alles nur, damit der Tod auf Raten ein wenig länger dauert und die Raten ein weniger billiger werden, weil von zahlendem Publikum ein wenig gegenfinanziert. Lange genug, damit die heute verantwortlichen Redakteure und Manager vermeintlich heil in Rente sind.

Die Hybris der hybriden Medien

Dafür überlassen sie das Feld den Content-Produzenten, die nur auf Klick-Millionen und -Milliarden aus sind, wie es etwa Jonah Peretti, Gründer von Buzzfeed, vor Kurzem auf der SXSW in Austin in seinem Vortrag deutlich gemacht hat. Dabei ist ihm völlig egal, welcher Plattform er sich dabei bedient. Eine eigene braucht er fast gar nicht, nur mehr für solche Medien-Dinosauriere, die mit ihren Laptops Homepages ansteuern. Also für Non-Digitals, die auch bereit sind, Bezahlschranken zu akzeptieren.

Wie fatal so eine Haltung ist, die alle neuen Content-Produzenten pflegen, die ihr Geld mit Native Advertising und anderen – vornehm gesagt – hybriden Finanzierungsmodellen machen, hat in einem bemerkenswerten Artikel in iMEDIA “How advertising ruined publishing” Sean X. beschrieben: Wenn es keine klare und nachvollziehbare Trennung von kommerziellen und nicht-kommerziellen (vulgo: qualitativen) Inhalten gibt, bricht das komplette System des Publishing, wie wir es kennen und wie es unsere Gesellschaft geprägt hat, zusammen.

Ein möglicher Ausweg: Content-Streamingdienste

Sean X. ist VicePresident des Acquisition Marketing von creditera, einem Online-Business-Kredit-Anbieter. Sein Ausweg aus dem Finanzierungsdilemma von Qualitätsinhalten durch Werbung ist Micropayment, also das problemlose Zahlen von Artikeln ohne Abogebühren etc. (siehe oben); also sozusagen Bezahlschränkchen, so klein, dass sie niemand stören. Ich halte diesen Weg für nicht sehr gelungen und durchsetzbar – schon mangels funktionierenden und akzeptierten Micropaymentsystemen.

Ich halte eine andere Lösung für viel einfacher – und ich praktiziere sie seit geraumer Zeit täglich bzw. monatlich. Wie es gut funktionierende Musik-Streamingdienste wie Spotify oder Deezer gibt, die binnen kürzester Zeit auf Konsumentenseite akzeptiert worden sind, müsste es schleunigst wirklich gute Content-Streaminganbieter geben. Versuche in diese Richtung gab es schon, etwa Online-Kioske von Google (ausgerechnet!) oder von deutschen Verlegern (ausgerechnet!). Nur haben die nicht funktioniert, waren nicht ausgereift oder sind vor Bekanntwerden schon dem Vergessen anheim gefallen.

Mal sehen, wer groß und entschlossen genug ist, so etwas durchzusetzen. Weltweit, unkompliziert, bezahlbar und mit wirklich optimalen Inhalten. Dagegen würden sich Buzzfeed, Huffington Post, Vice und wie die Klick-Schleppnetzfischer alle heißen, schwer tun. Und Content-Produzenten sollten dann genug Geld bekommen, um wirklich qualitative Inhalte produzieren zu können, weil sie dann auf gesellschaftliche Relevanz gepolt sein können und nicht auf Klick-Gier. Das würde den Online-Inhalten generell mehr als gut tun.

Sächsische Stimmungen

16. Januar 2015


Pegida und die Folgen: Entrüstung und Ratlosigkeit

Jeden Montag protestieren mehr Menschen in Dresden gegen die Islamisierung Deutschlands. Ebenso absurd wie verwerflich, sich dabei mit den schmutzigen Randgestalten des rechten Sumpfs gemein (in des Wortes Bedeutung) zu machen. Die Entrüstung darüber ist ebenso richtig wie angebracht. Ebenso die Gegendemonstrationen, die glaubwürdig zeigen, dass die große Mehrheit der politisch aktiven Deutschen anders denkt.

CSUnixAber damit ist es nicht getan. Denn Pegida ist mehr. An der sonderlichen Thematik der vermeintlichen Islamisierung hat sich ein generelles Unwohlsein von unpolitischen Menschen herauskristallisiert. Man muss sich nur die ebenso konfusen wie diffusen Slogans der Protestplakate ansehen und die Aussagen der mehrheitlich brav bürgerlichen Demonstranten anhören, um zu ahnen, dass es hier um eine krude Mischung aus Frust, Ohnmacht, Selbstmitleid und missverstandener Politik handelt.

Der Protest der Nichtwähler

Mal die kleine Gruppe der Pegida-Trittbrettfahrer, der NPDler, dem anderen rechten Gesocks, der AfDler und anderer Weltverschwörungs-Dilettanten außer acht gelassen. Mich treibt die breite Masse der Demonstranten um, die jeden Montag die Zahl der Teilnehmer um weitere Tausende vergrößert. Das sieht mir in seiner Ungelenkheit und Verstocktheit wie die erste große (Polit-)Demo non Nichtwählern aus. Sie sehen in der Pegida – endlich – die Möglichkeit, ihrem Frust und ihren Ängsten öffentlichkeitswirksam Ausdruck zu geben. Sie wollen auch mal samt ihren unbeholfenen bis kruden Meinungen wahrgenommen werden. Und dafür nehmen sie sogar den unsinnigen Themenrahmen der Islamisierung in Kauf.

Und je mehr Zulauf Pegida hat, umso mehr wird das zu einem Kameradschaftstreffen der besonderen Art. Man fühlt sich in der Masse wohl. Man fühlt sich in seinem Unwohlsein nicht mehr allein, sondern aufgehoben in einer riesigen, angenehm diffusen Wolke des Dagegenseins. In ihr wird Selbstmitleid zur stolzen Haltung. Wird Ohnmacht zu Macht. Wird Frust zum Triumph des kleinen Mannes. Und jeder Gegendemonstrant, jede hämische Kritik in der Presse, jedes Widerwort stärkt den eigenen verstockten Stolz.

Die APO des 21. Jahrhunderts

Wer erinnert sich heute noch wirklich an die – heute so glorifizierten – 60er-Jahre und ihre Studentenproteste? Und wer ist heute ehrlich genug zuzugeben, dass ein Teil des Erfolges dieser Demos auch eine ähnliche Verschworenheit des Dagegenseins war? Ich erinnere mich, dass ich mich immer sehr wunderte, wer da alles irgendwann auf den Demos mitlief. Kommilitonen, von denen man noch nie eine politische Äußerung gehört hatte. Schulfreunde, die eher politisch wurstig waren, demonstrieren aber geil und schick fanden. (Auch wegen der Mädels.)

Der große Unterschied war, dass damals das große Ziel die Demokratisierung der Bundesrepublik war – und das Ende der verschwörerischen Macht der alten braunen Seilschaften. – Ich könnte mir vorzustellen, dass sich die Pegida-Kohorte auch stolz als Speerspitze gegen Seilschaften fühlt, seien sie rote, grüne, pinke oder regenbogenfarbene Seilschaften. Nur fehlt ihnen jedes seriöse und nachvollziehbar politische Ziel. Das lässt einen so ratlos vor diesem Phänomen – und macht so wütend.

Die Vorhut einer großen Unwohlsein-Bewegung

Ich denke nicht, dass Pegida & Co. eine große Zukunft haben. Zu eindeutig beziehen vernünftige Menschen dagegen Stellung. Aber ich habe die Befürchtung, dass das nur die Vorhut ist. Es gibt einfach zu viele Menschen, die angesichts einer sich unbarmherzig beschleunigenden Welt und einer immer weiter diffundierenden Gesellschaft eine tiefe Ratlosigkeit, Perspektivlosigkeit und Desorientierung spüren. Was ist, wenn es bei denen zu einer Art politischen Übersprungshandlung kommt?

Ich denke da an die Väter, die die Kränkung des Autoritätsverlustes verdauen müssen, wenn sie sich von ihren Kindern das Handy konfigurieren lassen zu müssen. Ich denke an die überbetreuenden Mütter, die bald an der lauthalsen Undankbarkeit ihrer Kinder werden knabbern müssen. Ich denke an die vielen Menschen, die schon heute im Zuge von Digitalisierung und Rentabilität Angst um ihren vermeintlich sicheren Job haben. Ich denke an die vielen Jugendlichen, die ihre übergroßen, unrealistischen Träume von Ruhm, Geld und Anerkennung schmerzhaft verlieren werden. Ich denke an die vielen älteren Menschen, die beim Rentenkollaps unversehens Armut  erleben werden, und wenn es nur eine gefühlte Armut ist.

Ein unendliches Arsenal an Frustbewegten

Das Arsenal an möglichen Frustbewegten ist ebenso absehbar wie riesengroß. Denken wir an die Opfer unserer narzisstischen Gesellschaft, die jedes eigene Versagen auf alle Fälle der bösen Gesellschaft und/oder der Politik in die Schuhe schieben werden. Denken wir an die Menschen, die nach dem Verlust aller Orientierungspunkte, die die Gesellschaft uns bisher gab: Familie, Werte, Regeln, Religionen, Autoritäten – in einer diffusen, sich kontinuierlich selbst verstärkenden Leere herumirren. Denken wir an die schwer verbitterten Opfer von Depressionen, die keine Hilfe und kein Verständnis erleben. – Die Liste ließe sich beliebig verlängern…

Diese unangenehme Vision lässt mich unbehaglich werden, wenn ich auf den Gegendemonstrationen gegen Pegida Ansätze von Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit entdecke. Wenn ich in den sozialen Netzwerken starke Meinungskraft aber wenig Nachdenklichkeit erlebe. Wenn ich erlebe, dass man das Frustproblem anderer mit seiner eigenen stolzen Haltung zu widerlegen glaubt. Es ist zu einfach, sich über die Einfaltigkeit und ja, auch Dummheit der Pegida-Demonstranten zu entrüsten – oder sogar darüber abzulachen. Es geht keinesfalls darum, Verständnis zu zeigen für deren schmollende Entrüstung und deren unsensiblen Umgang mit rechtem Gedankengut und rechten Parolen. Aber die Problemlage wird dadurch nicht entschärft.

Politik ist mehr als schicke Veranstaltungen

Politik ist mehr als nur mal auf eine Demo zu gehen. Es geht darum, die Ursachen für die absehbare Frustration breiter Teile der Gesellschaft abzustellen. Bei einigen Themen wäre das vergleichsweise einfach. Aber welche Partei bietet – bitteschön – ein Rentenkonzept, das den demographischen Realitäten der Zukunft wirklich Rechnung (in des Wortes Bedeutung) trägt. Wo sind die Konzepte, den Jugendlichen faire Chancen für einen Weg in eine Berufswelt zu geben, die sowieso sehr lange dauern wird und unendlich viele Wendungen erfahren wird. (Und wie sieht eine Schulbildung dafür aus?)

Wo ist ein sinnvolles Konzept, unsere Gesellschaft fit zu machen für die Disruptionen unserer digitalen Welt? Wie sieht eine sinnvolle Agenda gegen die neue Volkskrankheit “Depression” aus? Wo sind die Menschen, es müssen ja keine Politiker sein, die Orientierung und einen Wertekanon glaubhaft vorleben? Ein Gauck alleine reicht da nicht. – Und warum werden so sinnvolle Ideen wie eine Grundrente, die viele der Probleme der Existenzangst, der sozialen Kränkung und der Behördenwillkür lindern könnten, einfach negiert?

Wir brauchen Politiker, die wirklich effektiv handeln. Bürgerzentriert und lobbyimmun. Wir brauchen den Mut zu neuen Konzepten statt der üblichen Rücksichtnahme auf vermeintliche Wählerwünsche. Denn so wird das Gros der Nichtwähler immer größer – und zurecht. Und wehe wenn diese die Mehrheit haben. Da ist Pegida nur der Vorgeschmack. In Liliput-Format.

Und wir brauchen eine Medienlandschaft, die auch mal Mut gibt. Die nicht nur Panik schürt und Hysterien befeuert. So dumm wie der Vorwurf der “Lügenpresse” ist. Wäre da Panik-Presse oder Hysterie-Medien auf den Protestplakaten gestanden, wer hätte da dagegen argumentieren können?

Und wir brauchen eine stolze Gelassenheit. Nur so können wir entspannt und konzentriert Probleme angehen. Wie dies aussehen könnte, habe ich ja erst vor Kurzem beschrieben in meinem Artikel zur “Adriatischen Stimmung”.

Adriatische Stimmung

5. Januar 2015


Frank Schirrmachers mediterrane Vision

“Ich möchte, dass wir unseren Plan verwirklichen. Adriatische Stimmung des Lebens: also mediterran sonnig.“ So lautete eine SMS von FAZ-Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher an Springer-Vorstand Matthias Döpfner kurz vor seinem Tod Juni 2014. Er konnte nicht mehr ausführen, was er speziell als adriatische Stimmung verstanden hat. Eher erstaunlich so ein Satz bei der dystopischen Ausrichtung seiner letzten Bücher. Wie dem auch sei – ich lebe jetzt wieder zehn Tage lang an der Adria. Es ist sonnig. Landschaft, Himmel und Essen sind mediterran. Ich mache mich mal auf die Suche nach der adriatischen Stimmung.

Am Strand der Adria - in Cupra Marittima.

Adria, das sind zur Zeit brennende Fähren, das sind Flüchtlinge, die übers Meer kommen, das sind geborstene Asphaltstraßen, das sind Missernten (Wein, Oliven) – und immer mehr geschlossene Geschäfte und Restaurants. Die Krise in Italien hat die letzten Ersparnisse aufgezehrt. Es finden aber keine Insolvenzen statt, man einigt sich lieber. Denn in Italien wird mangels Liquidität gerne mit Wechseln bezahlt. Dabei entstehen regelrechte Wechsel-Ketten. Wenn aufgrund einer Insolvenz Wechsel platzen, bricht die komplette Kette in sich zusammen. Das will keiner.

Die stille Krise

In Italien macht man wegen wirtschaftlicher Engpässe kein großes Gedöns. Zum einen verbietet das ausgeprägte Bedürfnis, nach außen hin stets eine gute Figur (bella figura) abzugeben, jedes laute Wehklagen und Jammern. Zum anderen hilft man sich, so gut es geht, gegenseitig. In der Familie – und auch darüber hinaus. Hier ein kleiner Job, dort eine kleine Verdienstmöglichkeit. Das ist dann die positive Seite der in Italien allgegenwärtigen Schattenwirtschaft: Es geht immer ein bisserl was.

Proteste gegen die Sparpolitik der italienischen Regierung erleben nur die großen Städte. Dort sind die von den Gewerkschaften organisierten Demonstrationen Teil des politischen Kasperltheaters: Beppe Grillo gibt den Kasperl – in der anarchischen Version. Silvio Berlusconi ist das Krokodil – il caimano ist sein Spitzname. Matteo Renzi versucht sich mal in der Rolle des Prinzen und dann wieder des Zauberers. Die Rolle des Wachtmeisters (bzw. Steuereintreibers) ist nicht besetzt.

Die Schönheit des Südens

Adria im Januar: Nach Stürmen und Kälte herrscht jetzt milde Wärme und ein wunderbares Farbenspiel der flacher einkommenden Sonnenstrahlen: mal gelbes, mal rotes, mal weißes Licht, das die immergrüne Landschaft in stets neuen Nuancen ausleuchtet. Mal ganz klar, mal von Dunst gefiltert. Die Strände leer von Menschen. Überall ein wenig Strandgut: von der Natur geschaffene kleine Kunstwerke aus Holz und Stein, versetzt mit buntem Plastikmüll. Und von der Ferne grüßen die schneebedeckten Berge des Apennin.

Die Adria-Landschaft im Winter: das sind frisch gepflügte braune Felder. Das sind absurd verdrehte nackte Baumskulpturen  der Feigenbäume. Das sind silber glänzende Olivenhaine und sattgrüne Wiesen. Das sind dunkelgrüne Orangen- und Zitronenbäume, in denen massig reife Früchte in gelb und orange aufblitzen. Nicht mehr lange, dann verkünden  die Mimosen in knalligem Gelb den Frühling.

Lebensfreude und Krise

Vielleicht entsteht genau hier ein erster, brauchbarer Ansatz für eine Definition der Schirrmacherschen “Adriatischen Stimmung”: Es geht uns gut, obwohl die wirtschaftlichen Voraussetzungen dazu eigentlich fehlen. Oder anders herum: Krisen sind schlimm genug. Aber doch noch lange kein Grund, sich sein Leben vermiesen zu lassen. Oder ein dritter Definitionsansatz: Wie sollen wir die schwierigen Zeiten, die uns drohen, vernünftig bewältigen, wenn wir dabei vergessen, das Leben und all seine Annehmlichkeiten so gut und so bewusst wie möglich zu genießen.

Es geht nicht um Verdrängung, es geht nicht darum, sich die Welt schön zu träumen, wo sie nicht schön ist. Aber umgekehrt macht notorisches Jammern schnell blind für die Schönheiten der Welt, versperrt Miesepeterei die Sicht auf positive Ansätze. Angst essen Seele auf, Sorge verengt Perspektive, Pessimismus hemmt Kreativität, Trübheit verdunkelt den Blick.

Nietzsche im Süden

Unser des Optimismus und der Schönmalerei völlig unverdächtiger Philosoph Friedrich Nietzsche hat auf seiner Italienreise 1882 das deutsche Talent, seinem Glück, einem gelungenen Leben und gesunder Zuversicht wirksam im Wege zu stehen, sehr schön in seinem Gedicht “Im Süden” beschrieben. Hier seine Empfehlung, die Seele das Fliegen zu lehren:

“Nur Schritt für Schritt – das ist kein Leben,
stets Bein vor Bein macht deutsch und schwer.
Ich hieß den Wind mich aufwärts heben,
ich lernte mit den Vögeln schweben, –
nach Süden flog ich übers Meer.

Vernunft? Verdrießliches Geschäfte!
Das bringt uns allzubald ans Ziel!
Im Fliegen lernt ich, was mich äffte, –
schon fühl ich Mut und Blut und Säfte
zu neuem Leben, neuem Spiel …”
(Nietzsche – Die fröhliche Wissenschaft)

Die Seele fliegt

Der deutschen Schwere setzt er ein wunderbar poetisch beschriebene italienische Landschaftsidyll entgegen. Adriatische Stimmung pur:

“Das weiße Meer liegt eingeschlafen,
und purpurn steht ein Segel drauf.
Fels, Feigenbäume, Turm und Hafen,
Idylle rings, Geblök von Schafen, –
Unschuld des Südens, nimm mich auf!”

“Die Unschuld des Südens”, ob sie Angela Merkel je bei ihren Urlauben in Südtirol oder auf Ischia kennengelernt hat? Ob sie sie je verstanden hat? Ob sie sie zu lieben gelernt hat? Und wenn ja: Warum verdrängt sie dieses wundervolle Gefühl immer wieder so erfolgreich? Und wie Sie so viele andere Menschen?

Wir haben Friedrich Nietzsches Zeilen an der Wand unseres Wohnzimmers in unserem Haus in den mittel-italienischen Marken verewigt. Hier sind wir nur drei Kilometer von der Adria entfernt. Hier laden wir uns mit Zuversicht und neuen Ideen auf. Adriatische Stimmung des Lebens. – Danke, Frank Schirrmacher!

Ich wünsche allen meinen Freunden, Lesern und Begleitern Freude und Zuversicht für das Jahr 2015 – und darüber hinaus.

Das Talent der Integration

16. Dezember 2014


Fremd ist der Einheimische auch in seiner Heimat

Fremd ist der Fremde in der Fremde. Stimmt nicht immer. Manchmal können sich Einheimische ganz schön fremd in ihrer Heimat fühlen. In unserer Familie ist das ein bestimmendes Merkmal. Mein Vater war 14, als er seine Heimat Westpreußen verlassen musste. Die Konitzers lebten damals am falschen Ufer der Weichsel. Die wurde nach dem Ersten Weltkrieg den Polen zugesprochen. Und darum hieß es Abschied nehmen – und ein neues Leben in Herne, Westfalen, zu beginnen.

1,5 Millionen wurden 1918 allein aus Westpreußen vertrieben

1,5 Millionen Menschen wurden 1918 allein aus Westpreußen vertrieben

Mein Vater hat darüber nur wenig erzählt. An das laute Krachen der Eisschollen der im Winter zugefrorenen Weichsel erinnerte er sich. Und auch von seiner neuen Heimat erzählte er wenig. Aber es sagt einiges, dass er den vom Vater ausgesuchten Beruf des Bergbau-Ingenieurs nicht verfolgte, sondern lieber eine Verwaltungsschule besuchte. Sein Ziel war es, Beamter zu werden, vorzugsweise in Berlin. Im Patentamt dort.

Der Saupreiß auf der Wiesn

Die nächste Vertreibung folgte dann nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Familie meiner Mutter musste aus Schlesien fliehen. Über St. Veit in Österreich nach Kirtorf in Hessen, weiter nach Arnsberg in Westfalen und dann endlich nach München. Hier durfte ich dann durchaus erleben, wie fremd sich man sich als “Flüchtlingskind” in Bayern fühlen konnte. Den Spruch “wir haben Euch nicht eingeladen” habe ich schon zu hören bekommen. Auf der Wiesn wollte ein Betrunkener meinen Vater verprügeln, weil er “ein Saupreiß” war und nicht hierher gehört. Die Umsitzenden schritten ein. Ihr bestechendes Argument war ich: “Gib a Ruah. Schau der Bua red doch Bayrisch!”

Es gibt nur wenig Länder, die so oft Flüchtlingsströme und mit ihnen fremde Kulturen integrieren mussten, wie Deutschland. Unsere Lage in der Mitte Europas und unsere kriegerische Vergangenheit waren oft genug Grund dafür. Und wir sind nicht schlecht damit gefahren. Unser föderales System, das die Unterschiedlichkeit unserer Stämme und ihrer Kulturen bewahren soll, hat sich bewährt. Andere Länder mit brennenden inneren Integrationsproblemen beneiden uns darum.

Know how- und Work how-Transfer

Das geballte technologische Wissen eines Mittelstandes, das uns bis heute zum Exportweltmeister macht, hat auch seine Ursache in der Integration von unterschiedlichsten Einwanderern. Von den Hugenotten bis zu den Banater Schwaben haben wir so Fachwissen und Fachkräfte ins Land bekommen. Und wie oft haben wir Fremdarbeiter integriert. Nicht erst in den 50er-Jahren. Polen haben wir schon längst vorher als Bergarbeiter ins Ruhrgebiet geholt. Teilweise sind sie dann – wie Stan Libuda – auch Fußballheroen geworden.

Fragt sich, wie die Integration dieser vielen Generationen von Menschen mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen, mit fremden Religionen und völlig anderen Kulturen immer wieder gelungen ist. Und zwar von Massen von “Fremden”. Sicher gab es da auch Repression. So waren die Zeiten einst. Aber das ist auch einfach durch offenes Miteinander, durch Annäherung via Kennen- und Verstehen-Lernen passiert. Voraussetzung dafür war aber eine Bereitschaft zur Offenheit und eine Neugier auf Fremdes (jenseits von Touristik).

Preußisch-bayerische Freundschaft

Ich habe die Integration ja optimal selbst erlebt. Warum konnte ich so gut Bayerisch, dass ich meinen Vater quasi retten konnte? Das haben mir die Nachbarsbuben beigebracht. Denn unsere Nachbarn in der Reihenhaussiedlung in Berg am Laim waren nicht nur waschechte Bayern, nein sogar Münchner – ganz genau sogar Berg am Laimer. Aus einem respektvollen Nebeneinander ist da ganz schnell ein Miteinander und dann eine tiefe Freundschaft geworden, die bis heute anhält.

Wir, die Preußen, haben gelernt, wie locker Bayern sind, wie gastfreundlich und hilfsbereit. Die Bayern haben gelernt, wie heftig und nachhaltig schlesische Gastfreundschaft sein kann und wie heiter und gelassen (West-)Preußen mit Ruhrgebietserfahrung sein können. Das Ende vom Lied: Bayern musste zugestehen, dass Schlesier die besseren Krapfen backen können. Und mein Vater war dann lange Jahre Vorsitzender des Bezirksausschusses in Berg am Laim. Ich wiederum hatte einen Münchner als Firmpaten und später eine Münchnerin als Frau. (Nun gut, das hat sich dann einmal geändert: Aber dafür bin ich jetzt voll in Berlin integriert.)

Deutschland, das Zuwanderungsland

Wir sind heute wieder Zuwanderungsland. Kaum  ein anderes Land in Europa nimmt so viele Flüchtlinge auf wie wir. Und das ist gut so. Wir haben einst die Schah-Flüchtlinge aus dem Iran und zuletzt die Kriegsopfer aus dem Kosovo und den anderen Krisenregionen des Balkan aufgenommen und integriert. Entsprechend müssen wir heute den Opfern des Syrien-Krieges zur Seite stehen. Aber stolz darauf kann man nicht sein.

Es ist traurig zu sehen, dass wir so wenig Zuversicht haben, Menschen, Können und Kulturen zu integrieren. Oder anders formuliert, dass wir nicht an unser Talent, integrieren zu können, glauben und die Bereitschaft, es aktiv zu tun, vermissen lassen. Solche “Initiativen” wie die Montagsdemonstrationen (ausgerechnet!) der Pegida sind zu traurig, um daran Wut zu verschwenden. Die Absichten der Initiatoren sind durchsichtig, traurig macht die Tausendschaft der Mitläufer. Selbst wenn man den Faktor Staats- und Politik-Verdrossenheit als mildernde Tatsache einrechnet, ist solch verblendete Bürgeraktivität deprimierend.

Politisches Versagen

Natürlich ist das auch ein drastischer Fall von Politikversagen. Zu viele Politiker spielen hier aktiv mit dem Feuer. Wer wie die Rechtsausleger argumentiert, wie die CSU samt Seehofer Horst, der vernichtet beim fremdenskeptischen Klientel unseres Landes auch den letzten Rest an Permissivität. Der macht es den Rattenfängern so leicht, eine dann nicht mehr schweigende Masse im üblen Sinne zu aktivieren. Da reichen schon 1 bis 3 Prozent friedliche Muslime um erfolgreich Islamistenangst zu  schüren. Absurd.

Aber nur um Nuancen weniger schuldhaft ist die Klientel an Politikern, die sich in nichtssagende Floskeln zur Integration flüchtet. Es ist verständlich, dass Politiker an ihrer Wiederwahl interessiert sind. Aber deshalb dürfen sie trotzdem nicht so heillos vor dem wichtigsten Thema der nächsten Jahre flüchten wie Angela Merkel & Co.. Zuwanderung, Kriegsvertriebene, Armutsflüchtlinge etc., das sind die Themen der Zukunft.

Fakten zur Krisen-Zukunft

Die Fakten, die unsere nahe (!) Zukunft bestimmen werden, sind bekannt, werden aber notorisch stillgeschwiegen. Wir werden bald 8 Milliarden Menschen auf dem Planeten sein – auf dem Weg zu 10, 12 oder gar 15 Milliarden. Und das alles in unserer Lebensspanne. Die Verteilkämpfe um Lebensmittel und vor allem um Trinkwasser sind absehbar, ja erwartbar. Das gleiche gilt für Land, Wohnraum und Energie, für Rohstoffe und Edelmetalle. Die Situation wird durch den Klimawandel noch verschlimmert: steigenden Meere, veränderte Klimazonen, Versteppung etc. Das alles wird zu einer Völkerwanderung nie gekannten Ausmaßes führen. Dagegen hilft nicht Gewalt, helfen nicht Gesetze. Da hilft nur Hilfe vor Ort und Integrations-Knowhow.

Diese Probleme müssen die heute regierenden Politiker dann nicht mehr verantworten. Vielleicht deswegen deren Wurschtigkeit. Aber sie verantworten die Sinneslage der Menschen heute. Da ist es mit ein paar Sonntagspredigten und mit Leerhülsen aus dem Betroffenheits-Duden nicht getan. Da muss Tacheles geredet werden. (Herr Gauck, Ihr Einsatz!?) Da muss Mut gemacht werden. Da müssen die Ängste und Bedenken ernst genommen werden. Und dann muss Mut gemacht werden. Denn klar, eine Integration gibt es nicht ohne Konflikte und Krisen. Aber ohne sie kommt es zu Krisen und Konflikten in einer Intensität, wie sie keiner von uns erleben will. Denn dann werden auch wir wieder ganz schnell Fremde in einer Fremde.

 Kleiner Nachtrag

Diesen Sommer war der 18-jährige Sohn unserer Nachbarn in Italien, Valerio, zehn Wochen zu Besuch in München. Am Anfang war er von der Fremde und der Größe der Stadt wie paralysiert. Aber sein Deutschkurs und sein Ferienjob (Eisverkäufer, was sonst), haben ihn schnell in München heimisch fühlen lassen. Er wird wiederkommen.

Ich habe ihn gefragt, was ihn hier am meisten beeindruckt hat? Seine Antwort kam spontan: die Freundlichkeit der Menschen. Alle wären immer nett gewesen, hätten gelächelt und sich gefreut. Für mich ein ungewohnter Blick auf uns Deutsche. Aber wir haben wohl tatsächlich Talent, Fremdes und Fremde zu mögen. Bei Italienern fällt es uns leicht. Jetzt müssen wir halt noch lernen, zu fremden Fremden freundlich zu sein.

Der ganz normale Nomadismus

17. November 2014


Nicht nur Menschen werden zu Nomaden. Auch Business, Besitz und Job.

Ich bin ein Nomade. Wenn ich mir meinen Kalender 2014 ansehe, war ich deutlich weniger als die Hälfte des Jahres “zu Hause”. Also an dem Wohnsitz, an dem ich “gemeldet” bin, in Erding. Den Rest des Jahres war ich an meinen beiden alternativen Wohnsitzen in Italien und Berlin. Ich war auf Reisen, habe auswärts Businesstermine gehabt und habe bei Freunden übernachtet – und dort z. B. Kinder gehütet.

Mir erscheint solch ein Leben heute völlig normal. Vor 20 Jahren war das als Idee ganz hip. Aber noch vor 10 Jahren wäre mir das stressig vorgekommen. Heute ist es meine Normalität. Eine Normalität, die ich liebe. Ich liebe es, nach Italien aufzubrechen. Aber von dort kehre ich genau so gerne wieder nach Bayern zurück. Und wenn die nötige Dosis Großstadt fehlt, geht es nach Berlin – oder eine in eine andere Weltstadt wie zuletzt Wien oder New York.

Der Kokon der Hotels

In Hotels bin ich dabei höchst selten. Meist nutzen meine Frau und ich eigene Wohnungen oder welche von Freunden – oder von Airbnb. (Wobei wir dabei auch schon einige “Freundschaften” mit den Vermietern geschlossen haben.) Dieses Wohnen lässt einen wirklich in eine Stadt eintauchen und dessen Energie erleben. Hotels vermitteln immer nur eine unangenehm seltsame, distanziert Annäherung an eine Stadt, keine direkte, authentische Immersion. Man kauft nicht ein, erlebt keine Lebensgeräusche und -gerüche. Man lebt in einem aseptischen Kokon.

Das nomadische Leben ist natürlich kein Zufall, weil auch mein Berufsleben als freier Journalist und Berater sehr nomadisch geworden ist. Auftraggeber sind über das Land verteilt, in München, Berlin und anderswo. In Wahrheit verdiene ich zeitweise mehr Geld in Berlin als anderswo. Und weil es das Schicksal gut mit mir meinte – Augen auf bei der Berufswahl! – kann ich heute überall arbeiten, wo ich Strom und Internetzugang habe. Also auch im Ausland.

Nomadische Jobs und nomadisches Geld

In Wahrheit habe ich gar keinen festen Beruf mehr. Ich stöpsle immer mehr herum, wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde. Ein Mix aus Autor, Herausgeber (Annual Multimedia), Redakteur, (Video-)Produzent, Berater, Konzeptionist, Website-Administrator, Kommentator – ja und Ölbauer und Olivenöl-Vertreiber. (Irgendwas vergessen? Wahrscheinlich ja.)

Solch ein Mix bringt meine Bank immer an den Rand der Verzweiflung. (Und in der Folge dann bisweilen auch mal mich.) Es kommt immer Geld herein, aber selten regelmäßig. Und in extrem unterschiedlicher Intensität. So gesehen ist auch mein Besitz sehr nomadisch geworden. Eine wunderschön euphemistische Beschreibung für den Mix aus unterschiedlichen Zahlungsterminen und bisweilen arg säumiger Zahlungsmoral von Auftraggebern.

Income Streams statt Gehalt

Einkommen darf man das dann auch kaum nennen. Auskommen, ja das auf jeden Fall. Der beste Begriff, den ich für diesen Zustand gelesen habe, ist “Income Streams” (Geldflüsse). Die sind jeweils dünner geworden und versiegen bisweilen. Aber in der Summe ist das durchaus sehr ansehnlich. Und am erfreulichsten ist der allergrößte Zugewinn: Freiheit. Freiheit der freien Zeiteinteilung, wann ich arbeite. Freiheit der Ortswahl, wo ich arbeite. Und was ich arbeite.

Der Begriff “Income Streams” stammt u. a. von Thomas L. Friedmann. Er prognostizierte einst, dass wir irgendwann keine festen Berufe mehr haben, kein Gehalt, sondern nur noch “Income Streams”. Er hat recht gehabt. – Auf die Prognose von Tom Friedmann bezieht sich auch Brian Chesky, Chef und Mitbegründer von Airbnb, wenn er in einem Interview mit McKinsey die Zukunftsvision seiner Firma zeichnet.

Die Zukunft von Besitz und Renommee

Seine Vision ist die eines Lebens, das völlig auf alle Besitztümer verzichtet. Zitat: “Unsere heutige Generation sieht Besitztum als Belastung. Menschen wollen angeben. Das ändert sich nicht. Aber in Zukunft geben sie lieber mit ihrem Instagram Feed an, mit ihren Fotos, mit den Orten, an denen sie waren, mit den Erfahrungen, die sie gemacht haben. Das ist das Renommee (bling) der Zukunft.”

Und weiter: “Es geht nicht mehr um Autos. Es geht darum, wo du schon warst – und was du erlebt hast. In Zukunft wollen Menschen nur noch das besitzen, wofür sie gerne Verantwortung übernehmen. Und die meisten Menschen wollen in Zukunft nur noch verantwortlich sein für ihr Ansehen, ihre Freundschaften und ihre Erfahrungen. Vermögen wird nicht mehr durch ein Haus definiert oder durch ein Auto. Der größte Wert wird die Zeit sein, die ihnen zur Verfügung steht.”

Die digitale Dienstleistungsgesellschaft

Eine schöne Einsicht: Je mehr wir uns vom Materiellen befreien, desto freier werden wir auch in unserer Lebensweise. Wir werden Nomaden auf der Suche nach persönlichen Kontakten, nach ureigensten Erlebnissen. Und wir werden Reporter unseres eigenen Lebens – in Social Media, in Blogs etc. Und wir können dieses Wissen dann im besten Fall auch beruflich verwerten.

Brian Chesky gibt in dem Interview auch Anhaltspunkte für eine digitale Business-Zukunft wenn wir kaum mehr feste Berufe haben, wenn alle Dienstleistungstätigkeiten dereguliert sind. In einer künftigen Sharing-Industrie verdienen wir Geld (als Income Stream) durch die Vermietung unserer (verbliebenen) Besitztümer: Unsere Wohnungen – weil wir ja immer woanders sind. Unser Auto – weil wir multiple mobil sind. Und so werden wir Vermieter, (Auto-)Verleiher oder in der Betreuung der Gäste Part-time-Hoteliers. Und in deren Bewirtung Part-time-Gastwirte. (Airbnb isr also nicht nur für Hotelketten eine Bedrohung!)

Part-time-Hotelliers und Part-time-Gastwirte

Aus vermeintlichen niederen Diensten werden in seiner Sicht so willkommene, bescheidene Income Streams, die dann in der Addition durchaus erklecklich genug für ein schönes – nomadisches – Leben sein können. Das ist die vielleicht radikalste und konsequenteste Version einer (digital vernetzten) Dienstleistungsgesellschaft. Menschen mit Besitz vermarkten den. Menschen können ihre sämtlichen Fähigkeiten  zu einem Part-time-Job machen – und so nötiges Geld verdienen. – Ich kenne genug Menschen, die ihre mageren Renten mit Zimmervermietung – auch über Airbnb – aufbessern (müssen).

Oliven-Erntedankfest im Schloss Aufhausen: 150 Gäste.

Oliven-Erntedankfest im Schloss Aufhausen: 150 Gäste.

Eine neue Perspektive auch für mich. Ich koche schon immer gerne für andere Menschen und bewirte sie. (Wie jeweils am zweiten Sonntag im November bei unserem Oliven-Erntedank-Fest im Schloss Aufhausen.) Und ich denke jetzt schon mal nach, wie eine Part-time-Besenschenke oder ein gelegentliches Table d’ hôte funktionieren könnte… – Egal an welchem Ort auch immer.

 

Saure Milch

31. Oktober 2014


Aus Redakteuren werden Melk-Facharbeiter

Drei Strategien verfolgen die klassischen Zeitungs- und Zeitschriften-Verlage beim Wandel zum Digitalen. Der amerikanische Ex-Journalist und Medienberater Alan D. Mutter hat sie in seinem Blog “Reflections of a Newsosaur” folgendermaßen definiert:

  • Milk it – Man hat längst aufgegeben, investiert nichts mehr, spart wo es geht und holt nur noch so viel Geld aus dem Unternehmen wie möglich.
  • Farm it – Man hat letztlich auch aufgegeben – aber investiert gerade so viel, dass vielleicht der Zeitpunkt der Unrentabilität nach hinten verschoben wird.
  • Feed it – Man investiert heftig und mit viel Mut zum Risiko und erfindet sich in der digitalen Welt neu.

Danke an Wolfgang Blau, einst Chefredakteur von Zeit Online und heute Direktor Digitalstrategie und Mitglied der Geschäftsführung des Guardian. Er zitiert diese Definition in einem mehr als hörenswerten Vortrag beim DJV über die Trennung von Print- und Online-Journalismus.

Wolfgang Blau sieht in Deutschland eigentlich nur einen Verlag, der der dritten Kategorie zugehört, der wirklich Neues wagt und dafür richtig Geld in die Hand nimmt. Und das ist der Springer Verlag. Alle anderen wählen die beiden anderen Wege:  Mehr oder weniger sehenden Auges steuern sie dem Ende ihrer Existenz entgegen.

Die Rente ist sicher

In dem Zusammenhang bekommt die Ankündigung von Gruner & Jahr, alle schreibenden Redakteure bei der “Brigitte” und den Großteil bei “Geo” rauszuschmeißen, eine ganz andere Dimension. Die neue Chefin Julia Jäckel scheint die Strategie von “Farm it” auf “Milk it” umgestellt zu haben. Oder profaner gesagt: Für das Führungspersonal – das auch noch kurioserweise aufgestockt wird, reicht es vielleicht noch bis zur Rente. Für den Rest der Mannschaft aber nicht.

Das mag jetzt zynisch klingen. Aber wahrer Zynismus ist es, wenn die Kündigung der Redaktion und der Wechsel zu freien Mitarbeitern mit den Worten begleitet wird: “Zukünftig werden die Titel derBrigitte-Gruppe von einem agilen, kreativen und flexiblen Kompetenzteam ausgedacht und produziert. Durch diese Strukturumstellung holt Brigitte mehr Vielfalt und Potenzial von außen rein.” Das heißt, die eigene Redaktion bestand aus Schnarchnasen und Einfaltspinseln. Warum muss man noch nachtreten und warum so gemein?

Die Melker schlagen zu

Berufsbedingt kenne ich viele der freien Journalisten, die für solch redaktionsautorenlose Magazine schreiben. Ich weiß um deren Vielfalt und Potential. Und ich erlebe mit, wie ihnen die Arbeit Monat um Monat schwerer gemacht wird, bei ständig sinkendem Erlös. Recherchen werden nicht bezahlt, Reisebudgets gibt es nicht mehr. Also fahren die Autoren (wegen Vielfalt und Potential) auf eigene Kosten los, weil sie sonst keine Qualität liefern können, die natürlich von den Redaktionsoberen (“die Rente ist sicher!”) gefordert wird. Dann wird bemi Honorar geknausert. Statt Seitenpreise gibt es nur noch Textmengen-Bezahlung – und Zeilen und Fotohonorare werden kontinuierlich heruntergefahren. Es ist wie es ist: Milk it. Aus Redakteuren werden Melk-Facharbeiter.

Der Zynismus in den Meldungen über immer neue Kündigungen und Einsparungen lässt sich nur daraus erklären, dass die Melk-Facharbeiter ihrer Lebenslüge, Journalisten und Redakteure zu sein, eisern nachhängen. Und statt der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, werden lieber weiter muntere Branchen-Rituale wie das Absägen von Chefredakteuren und die Abwehr vor einschneidenden Veränderungen betrieben. Das aber sehr erfolgreich. Denn da ist man richtig gut drin. Und deshalb haben Strategien wie “Farm it” oder gar “Feed it” in großen deutschen Verlagshäusern keinerlei Chance.

Zukunft im Exil

Ich bin froh, dass ich diesem Gewerbe vor fast 25 Jahren den Rücken gekehrt habe. Der Online-Journalismus ist so spannend wie nie zuvor. Dank Buzzfeed, Vice oder auch der Huffington Post (mit Abstrichen) – und all den anderen online-only Publikationen im englischsprachigen Bereich: Upworthy, Gizmodo, Gawker oder eben auch dem neuen Guardian. Die Zukunft der Medien findet anderswo statt, nicht in Deutschland.

Es ist kein Zufall, dass Wolfgang Blau in seinem Vortrag (siehe oben) jungen Journalisten empfiehlt, ihr Heil im Ausland zu suchen. Dort wird viel gewagt, und es wird investiert. Vielleicht können sie ja zurück kommen, wenn die Herren leitenden Redakteure ihre Rente sicher haben. Und vielleicht gibt es bis dahin Medienprojekte, die die “Feed it”-Strategie fahren. Mal ganz zu schweigen von den Medien, die wir sowieso und unweigerlich bezahlen: die Öffentlich-rechtlichen. Die haben eine vierte Variante gewählt: Sie haben sich aus der Gegenwart in irgendeine Vergangenheit gebeamt und schauen von dort staunend der Gegenwart zu. Ihre Strategie: “Freez it”.

 

 


Die stillbare Sehnsucht nach einer Stunde Null

Am 18. September entscheiden 4,2 Millionen Schotten, ob sie die Staatengemeinschaft mit Großbritannien aufgeben und 2016 unabhängig werden wollen. Nachdem die Umfragen seit Neuestem einen möglichen Sieg der Separatisten andeuten, steigt die Nervosität im Rest-Britannien, dass es gar nicht mehr so groß sein könnte, wie es sich selbst versteht. Die deutschen Medien staunen und verbergen nur mit Mühe ein bisschen klammheimliche Freude. Nur in den Wirtschaftsredaktionen wird gewarnt. Nach dem Motto: Haben wir nicht schon genug Probleme? (Nein haben wir nicht. Wir erinnern uns an das Konstantin Wecker-Axiom: “Genug ist nicht genug.”)

IndyRefSept

Was hat den Umschwung in den Umfragen von 61 Prozent Gegnern zu 51 Prozent Befürwortern der Unabhängigkeit innerhalb eines Monats ausgelöst? Sicher eine sehr gute, emotionale Kampagne der Separatisten (huch, darf man sie so bezeichnen?) und eine bräsige Reaktion der Unionisten. Aber ich denke, da steckt mehr dahinter. Es muss viel passieren, bis solch ein deutlicher Stimmungsumschwung passiert. Meiner Meinung nach hat den Meinungsumschwung eine ganze Reihe (scheinbar) “unpolitischer”, gesellschaftlicher Stimmungen und Hoffnungen bewirkt.

Der Traum vom Neuanfang

Es ist zuallererst eine wunderschöne Vorstellung, einmal wieder ganz von vorne anfangen zu können. All die öden Gewohnheiten, hohlen Konventionen und
Üblichkeiten hinter sich lassen zu können. Und das alles ohne einen Krieg, eine Katastrophe oder einen Totalbankrott. Einfach so, nur mit einem Kreuzchen auf einem Stimmzettel. So scheinbar unverbindlich und harmlos.

Und die Nachbarinsel Island hat es ja vorgemacht, es geht. Man kann recht einfach wieder von vorne neu loslegen. In diesem Fall nach einem Bankrott und dem Austausch der gesamten Riege der Verantwortlichen im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Stattdessen durften ein paar Künstler und Aussteiger ran. Die waren zwar ein bisschen verrückt, aber das hat dem Ergebnis nur gut getan.

Nette Vorbilder in der Nachbarschaft

Ein bisschen so stellen sich die Schotten das wohl auch vor. Und wäre das nicht auch bei uns eine verlockende Aussicht: das gesamte politische und wirtschaftliche Personal, das man längst nicht mehr sehen und dessen Ideen man nicht mehr aushalten mag, einfach aufs Abstellgleis? Was für eine schöne Idee. Neue Ideen statt antiquierter Maut. Mutiges Handeln statt merkelscher Stagnation. Innovation statt Restauration?

Das zweite nette Vorbild für Schottland ist auch in der Nachbarschaft zu finden: Irland. Ähnlich groß und zuletzt auch schon so gut wie pleite. Und die haben das auch wieder hingekriegt. Gut, hier mit Hilfe der EU und mit minimalem Austausch der Verantwortlichen. Aber das könnte ja der Plan B für Schottland sein: abspringen ins Sicherheitsnetz der EU. Europa war in Schottland seit je her weit beliebter als im stolzen England.

Das Berlin-Paradigma

Das andere Vorbild für Schottland liegt im Nord-Osten jenseits des Skagerrak: Norwegen. Das hat sich dank seiner Einkünfte mit dem Nordsee-Öl zu einem schmucken, vorbildlichen Gemeinwesen mit bestechend hoher Funktionalität entwickelt. Soweit werden es die Schotten wohl nicht bringen. Dazu kennen sie sich und ihre Mentalität zu gut. Aber das von Wowereit selig forsch für Berlin formulierte Attraktivitäts-Paradigma “arm aber sexy” könnte jedem Schotten jederzeit gefallen. Tut es ja sogar für uns wohlständige Deutsche – auch außerhalb Berlins. Lieber ein bisserl weniger geldig aber dafür attraktiv. (Nur München meint unbedingt, beide Pole stets vereinen zu müssen – meist zu seinen Ungunsten.)

Gerade in Schottland dürfte die Aussicht sehr attraktiv sein, nicht weiter politisch von den Ideen und Ideologen der Banken und der Banker in London, der einzigen in Großbritannien noch übrig gebliebenen “Industrie” abhängig zu sein. Auch hier stehen die Schotten nicht allein. In der westlichen Welt ist die Finanzindustrie längst so weit in Verruf geraten, dass Gebrauchtwagenhandel dagegen als seriös gilt. Eben darum: arm aber sexy.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne 

Geben wir es doch zu, in jedem von uns steckt ein bisschen Schotte. Die Aussicht, ganz neu von vorne anzufangen, fasziniert jeden – mindestens insgeheim. “Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”, hat Hermann Hesse einst so schön formuliert. Nur die Mutlosen haben davor Angst. (Zugegeben, schon Hermann Hesse musste einst erkennen, dass die Mutlosen in Deutschland eher die Mehrheit stellen.) Auch die Idee, eine Demokratie völlig neu gründen und von vornherein richtig partizipativ gestalten zu können, das hat was. Hinzu kommt, dass die Schotten in der Unabhängigkeit das bisher aktive Personal in Politik, Wirtschaft und Medien, das man längst über hat, los wäre. (Darunter übrigens sehr viele Schotten, die in England Karriere gemacht haben…)

Auf alle Fälle habe ich den Verdacht, dass der recht plötzliche Stimmungsumschwung in Schottland, hin zur Zustimmung für die Unabhängigkeit, nicht zuletzt auch auf der Gewissheit beruht, dass ein wurstiges “Weiter so” einfach nicht mehr geht. Der Status Quo hat als Faszinosum längst ausgedient, egal auf welchem Wohlstands-Niveau. Die politischen und sozialen Organisationen haben ihre Unfähigkeit, sich evolutionär zu entwickeln und die Probleme der Zeit entschlossen anzugehen, zur Genüge bewiesen: Digitalität, Klimakatastrophe, Bevölkerungsexplosion, Armutswanderungen, Energiewende, technische Revolution, Ende des Arbeitszeitalters, Krise des Kapitalismus etc. etc.

Welches Risiko ist größer?

Insgeheim wissen wir doch alle, dass eine gehörige Portion Disruption uns allen viel besser bekommt als die jetzt übliche Überdosis Stagnation,. Das Risiko, durch Aussitzen, Wegschauen und Alles-so-lassen-wie-es-ist, in eine wirklich grässliche Krise zu schlittern ist größer als kleinen Irrtümer auszuhalten und zu korrigieren, die man bei Veränderungen immer erleben wird. Voraussetzung dafür wäre ein gesundes Selbstvertrauen und eine fröhliche Gewissheit, auch schwierige Situationen bestehen zu können. – Genau diese Mentalität wird den Schotten zugesprochen. Das Wahlmotto ihres Landes lautet: „In My Defens God Me Defend“.  Fragt sich, ob wir alle auch in diesem Sinne ein bisschen Schotte sind.

 

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 444 Followern an

%d Bloggern gefällt das: