Trends 2015 – Ideen, Fakten Perspektiven

Manchmal überrascht der digitale Wandel selbst mich. Irgendwann vor ein paar Monaten erreichte mich eine Email vom Fischer Verlag, in der nachgefragt wurde, ob ich einem Reprint des Buches “Trends 2015” zustimmen würde. Einzige Bedingung, drei Exemplare der damaligen Ausgabe zum digitalen Einlesen zur Verfügung stellen. Die Email kam von Fischer Digital, die das Buch, das Gerd Gerken und ich 1995 veröffentlicht haben, als eBook und als Reprint (on demand?) in Taschenbuchform neu auflegen wollten.

Trends 2015Und siehe da, heute wurden tatsächlich zwei gedruckte Belegexemplare geliefert. Das Buch ist als Ebook und als Taschenbuch bei den üblichen Verdächtigen (Amazon, Libri etc.) zu erwerben. Das freut mich wirklich. Ich denke aber, das Buch braucht eine kleine Bedienungsanleitung, um es zu verstehen – und gegebenenfalls wertzuschätzen. Die Kritiken zum Buch – teilweise noch im Netz – waren damals recht gut. Nur wenige Rezensenten lebten ihre generelle Aversion gegen Trendforschung und Zukunftsprognosen aus.

Die Zukunft der Zukunft

Ach ja, damals. Das Buch wurde in den Jahren 1991 bis 1994 geschrieben. Es entstand aus einer Artikelreihe in der Zeitschrift WIENER – Zeitschrift für Zeitgeist. Dort behandelten wir der Reihe nach Zukunftsszenarien für die unterschiedlichsten Themen. Von Zukunft der Liebe, Zukunft des Sex bis Zukunft des Sport oder Zukunft der Demokratie etc. Das Buch war dann eine Sammlung von überarbeiteten Versionen der Zeitschriftenartikel, um einige Themen und einen Einleitungs- und einen Schlussartikel – Die Zukunft der Zukunft – ergänzt.

1995 erschien das Buch als Paperback im Schweizer Scherz Verlag und verkaufte sich so gut, dass es 1998 von dtv als Taschenbuch herausgebracht wurde. Als Titel hatten Gerd Gerken und ich “Trends 2025” gewählt. Das war dem Scherz Verlag zeitlich viel zu weit weg. Zitat: Keinen interessiert, was in 30 Jahren passieren wird. Also wurde der Titel zu “Trends 2015 – Ideen, Fakten, Perspektiven” verjüngt. – So gesehen kommt der Reprint zeitlich richtig, nur eigentlich müsste er jetzt – endlich richtig – “Trends 2025” heißen. Denn die Entwicklungen, die wir in dem Buch beschreiben, sind deutlich noch nicht abgeschlossen, sondern werden teilweise gerade im Moment erst virulent.

Multimedia statt Internet

Ich freue mich, dass das Buch jetzt wieder auf dem Markt ist. Für die Inhalte und Prognosen müssen wir uns nicht schämen. Im Gegenteil. Man muss das Buch nicht aus einer historischen Perspektive lesen – es bietet genug Polarisierungen und Provokationen, um auch noch heute lesenswert zu sein. Vor allem, weil wir mit einigen Prognosen ziemlich richtig lagen. Das lässt hoffen, dass wir auch beim Rest nicht so schlecht liegen – bei der Vorausschau bis in das Jahr 2025 – und darüber hinaus. Vor allem funktioniert das Buch besonders gut als Erklärung und Beschreibung  unserer Jetztzeit und der Gründe, warum es so gekommen ist – oder kommen musste.

Dabei weist das Buch eine große Kuriosität auf. Kein einziges Mal taucht im Buch der Begriff “Internet” auf. Dieser Terminus war zu Redaktionsschluss Ende 1994 einfach noch nicht verbreitet und adaptiert. Wir haben uns im Buch bei der Beschreibung des “digitalen Zeitalters” (Zitat!) mit Begriffen wie “digitale Kommunikationskanäle”, “Cyber”, “Virtualität” und vor allem “Multimedia” beholfen. Letzteres haben wir als interaktiv und immersiv definiert und als Ersatz für alle bisher existierenden Medien. Auch, dass dieses neue Hypermedium unser Sozialleben grundlegend ändern wird, haben wir prognostiziert. So gesehen haben wir das Internet und viele seiner Auswirkungen vorausgesehen – nur der Terminus war naturgegeben in den Jahren 1992 bis 1994 hierzulande noch nicht geläufig genug.

Auch bei einigen anderen Themen und Begriffen passiert das in dem Buch. So gut Zukunftsprognosen auch inhaltlich sein mögen. der Begriff, der sich dann letztlich durchsetzen wird, ist beim besten Willen nicht erahnbar. So hat das Buch an der einen oder anderen Stelle ein wenig – sprachliches – Patina angesetzt. Mich stört das nicht, im Gegenteil, es gibt dem Reprint fast ein wenig nostalgische Eleganz. Und es zeigt, wie schnell unsere Sprache auf die Veränderungen der Welt reagiert. Und trotzdem gibt es einige Begriffe, die bis heute auf eine schlüssige Benennung warten. Wir haben dazu einige brauchbare Vorschläge geliefert.

24 Kapitel über die Zukunft

Folgende 24 Themen behandeln wir in dem Buch :

  1. Schöne neue Welt – Einleitung für die Zukunft
  2. Die telematische Gesellschaft – Die Zukunft der Trends
  3. New Edge – Zukunft des Denkens
  4. Die Hyperrealisten kommen – Zukunft des Minds
  5. Die Generation von morgen – Zukunft der Generation X
  6. Die Liebe auf Probe – Zukunft der Liebe
  7. Cybersex und Sexpeace – Zukunft des Sex
  8. Das große Nagual – Zukunft der Freizeit
  9. Media goes Multimedia – Zukunft der Medien
  10. Bewusstsein durch Cyber – Zukunft der Kunst
  11. Die Bodyshow – Zukunft des Sports
  12. Spaß muss sein – Zukunft der Arbeit
  13. Family Business – Zukunft der Firmen
  14. Interfusion – Zukunft des Marketing
  15. Ode an den Code – Zukunft der Werbung
  16. Der Stoff, aus dem Gefühle sind – Zukunft der Mode
  17. Faster times, faster food? – Zukunft der Ernährung
  18. Der Fetisch der Mobilität – Zukunft des Autos
  19. Der Mythos des Homunculus – Zukunft der Gentechnologie
  20. Schluss mit Bambi – Zukunft der Ökologie
  21. Die freie Spiritualität – Zukunft der Religionen
  22. Das Ideal und der Ekel – Zukunft der Demokratie
  23. Neuentwürfe einer Ideologie – Zukunft der Ideologien
  24. Wir werden Schamanen, die träumen – Zukunft der Zukunft

Wie man sieht, sind wir keinem inhaltlichen Risiko aus dem Weg gegangen damals. Das ist vor allem das Verdienst von Gerd Gerken, der sich nie gescheut hat, auch kontroverse Themen sehr kontrovers, mutig und provokativ anzugehen. Ich bin ihm bis heute dankbar, dass er mich zwang, aus meiner ideellen und mentalen Komfortzone herauszukommen. Die ersten “gemeinsamen” Kapitel waren noch ein Mitschreiben von meiner Seite mit dem Bemühen, Gerd Gerkens sehr eigene Sprache und Terminologie allgemein verständlich umzusetzen.

Raus aus der Komfortzone

Im Prozess der Arbeit an immer mehr Themen konnte ich mich dann mehr und mehr einbringen. Ich hatte immer besser gelernt. selbst kontrovers und “rücksichtslos” zu denken – und zu schreiben. Am Ende der Entwicklung stand nicht nur dieses Buch, bei dem ich in Eigenregie das Einleitungskapitel schrieb – und Gerd Gerken standesgemäß das Schlusskapitel. Am Ende der Entwicklung stand auch meine Kündigung beim WIENER. Man muss nur das Kapitel “Zukunft der Medien” lesen, dann versteht man, warum. Ich wechselte damals 1993 zur Werbeagentur “Scholz & Friends” nach Hamburg, um dort deren Abteilung “Trend Research” aufzubauen.

Und wie es das Schicksal so wollte, kam dann ein großer Trend auf, den man in Deutschland damals nicht ernst nehmen wollte (oder konnte): das Internet. Ich hatte so meine Probleme, meine Kunden von diesem Trend und seinen Implikationen zu überzeugen. Also arbeitete ich mich tiefer und tiefer in die Materie ein – und war dann plötzlich einer der wenigen “Experten” fürs Internet in Deutschland – und wurde als Chefredakteur von Europe Online nach München abgeworben. Das war 1995, vor 20 Jahren. (Dazu bald mehr – hier an dieser Stelle.)

Gerd Gerken – der Urvater der deutschen Trendforschung

Ach ja, es wird heute dann doch Menschen geben, die Gerd Gerken nicht kennen. Ende der 80er- Jahre und in den 90er-Jahren war er ein gesuchter Coach (damals war der Begriff noch nicht so herabgewirtschaftet wie heute) und ein erfolgreicher Buchautor mit mehr als einem Dutzend Büchern über neues Marketing, Business, Firmenführung – und er war der erste ernst zu nehmende Trendforscher Deutschlands. Von ihm haben alle Trendexperten hierzulande gelernt. Nicht nur ich, auch Matthias Horx und etliche andere.

Gerd Gerken und ich arbeiten bis heute in unterschiedlichsten Projekten zusammen. Nicht mehr publizistisch, das ist nun mein Part. Aber wir versuchen, in immer neuen Projekten die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation möglichst weit auszureizen. So gesehen war das Buch das Beste, was mir passieren konnte. Schön, dass es es jetzt wieder gibt. – Ich lese mich gerade wieder in ihm fest…


Die Besser-Deutschen

Südtirol. Ein heißer Sommertag. Drückende Hitze. Im Schatten der Säulengänge sitzt ein Paar im Café. Er Deutscher, genauer gesagt Hesse. Unverkennbar der Dialekt. Sie Italienerin, wahrscheinlich Südtirolerin, soweit man aus ihrem Deutsch schließen kann. Eine intensive Debatte.

Er, der Hesse erklärt ihr, der Italienerin, warum Italien nicht funktioniert. Warum es nicht funktionieren kann.  Sie gibt zu, dass in Italien so Manches im Argen liegt. Aber seine Thesen zu den Ursachen überzeugen sie nicht. Sie vermutet andere Gründe. Aber nein, der Hesse weiß es besser. Aber seine Argumente werden nicht besser, wenn er sie – lauter – wiederholt.

Flughafen Shanghai

Flughafen Shanghai

Eine Zeitlang ist das wie Kabarett, wenn man vom Nebentisch aus zuhört. Wir grinsen in uns hinein, weil die Situation so absurd ist. Der Hesse wird mit der Zeit immer aggressiver, wenn ihm widersprochen wird. Denn seine Vorschläge, wie es in Italien besser laufen könnte, funktionieren garantiert. Wenn man ihn nur machen ließe.

Tropfende Wasserhähne

Wenn er meint, die Italiener sind faul, dann stellt seine Gesprächspartnerin richtig: Italiener sind gut im Aufbauen, aber sehr schlecht im Pflegen von Dingen. Stimmt, das haben wir auch schon oft festgestellt. Beispiel: Flughafen Ancona. Ganz neues, modernes Gebäude, schöne Architektur. Aber in den Toiletten tropfen unentwegt die Wasserhähne, allesamt.

Statt sie zu reparieren, wird um die Wasserhähne sorgfältig Toilettenpapier drapiert. Apropos Italiener und Faulheit. Da steckt eine Menge Fleiß drin, jeden Tag die nassen Papierfetzen zu entfernen und adrett neue Manschetten um die Wasserhähne zu legen. Und das über eine lange Zeit, wie wir Jahr für Jahr konstatieren konnten.

Es ist die Sichtweise von uns deutschen Perfektionisten, die uns im Weg steht, solche Lösungen wertzuschätzen. Die säuberlich arrangierten Papiermanschetten rund um die Wasserhähne sind ein eleganter Hinweis, dass die Toilette täglich mehrmals inspiziert und gesäubert wird. Denn ehe die Papiere nass und unansehnlich werden, sind sie ja schon ausgetauscht.

Alles viel zu kontrollig

Wir behelfen uns hierzulande mit Kontrolltafeln, in denen das Toilettenpersonal seine Anwesenheit per Unterschrift dokumentiert. Auch nicht hübsch. Und so kontrollig. In Italien nutzt man tropfende Wasserhähne für den Anwesenheitsnachweis. Auch nur bedingt hübsch. Aber irgendwie eleganter. Ein Installateur, der die Wasserhähne abdichtet, würde das Arrangement nur stören.

Eine komplett andere Sichtweise eines anderen Landes, einer anderen Kultur, ist immer wieder ein Geschenk, das man zu genießen lernen muss. Beispiel China, Flughafen Shanghai. Schauplatz wieder eine öffentliche Toilette, kurz vor Dienstschluss. Beim Betreten ist der Boden mit Massen von Papierhandtüchern übersät. Der Toilettenreiniger nutzt alle weggeworfenen Papierhandtücher, um damit sauber raus zu wischen. Recycling und Ressourcenschonung at it’s best.

Als Wiedergutmachung für meine kurzzeitige Irritation über die Situation bekomme ich mein Papierhandtuch vom Toilettenreiniger persönlich aus dem Automaten gereicht, stilgerecht mit einer tiefen Verneigung. Mein Versuch, mit einem Trinkgeld zu danken, wird entrüstet abgelehnt. – Danke für diese nette außergewöhnliche Erfahrung.

Andere Länder, andere Lösungen

Um im asiatischen Kulturraum zu bleiben. Vor Jahren fragte ein japanischer Referentenkollege in seinem Vortrag nach der optimalen Lösung für folgende Konfliktsituation: Ein Kunde kommt in ein Geschäft – und will für ein Produkt einen Preisnachlass. Sein Argument: Im Konkurrenzgeschäft gleich um die Ecke sei das Produkt billiger. Was also tun? – Großes Rätselraten unter den anwesenden – deutschen und österreichischen – Marketeers.

Die Lösung: ganz einfach. Den Kunden kurz um Geduld bitten, losgehen, das Produkt zum billigeren Preis im Geschäft um die Ecke erstehen, dem Kunden bringen – und zum geringeren Preis verkaufen. So bringt man glaubhaft Kundenorientierung rüber. Großes Staunen, großer Beifall. Leider habe ich bis heute niemanden getroffen, der sich hierzulande solche japanische Kundenverwöhnung angewöhnt hat. – Schade auch.

Noch mal anders, ganz anders, in Afrika. Im Spiegel (Printausgabe 31/2015) erzählen Hauke Goos und Bernhard Riedmann in ihrer Afrikareportage einen wirklich kreativen Lösungsansatz, der uns vorführt, welche Lösungsarmut bei uns herrscht. Die Aufgabe: Die Grenze zwischen Ghana und Burkina Faso ist nachts wieder mal geschlossen. Auch Zöllner wollen ja mal Feierabend haben. Ein Geschäftsmann muss aber noch seinen Flieger in Burkina Faso am nächsten Morgen erreichen.

Unser Lösungs-Kolonialismus

Die Zöllner zu überreden, die Grenze für ihn aufzumachen: keine Chance. Die Lösung: Er erzählt den Grenzern, dass er noch einen wichtigen Termin hat, er noch tanken müsse, aber das Geld dafür nicht reicht. Die Beamten helfen gerne, jeder gibt ein bisschen was, das Geld ist schließlich zusammen. Alle freuen sich.

Bleibt das Problem, dass ein voller Tank bei geschlossener Grenze nicht viel nützt. Das leuchtet den Grenzbeamten ein. Also öffnen sie kurzerhand die Grenze, winken den Wagen freundlich durch und wünschen eine gute Reise. Eine afrikanische Win-Win-Situation.

Irgend so etwas Kreatives hätte den Politikern bei den Verhandlungen zur Griechenlandkrise einfallen sollen. Dann hätten wir heute ein Problem weniger – oder sehr viel weniger. Das Problem der globalisierten Politik ist, dass eine große Lösungs- und Ideenarmut herrscht.

Und ein Lösungs- und Ideenkolonialismus. Oder -Imperialismus. Es gibt immer nur eine Art, Konflikte zu lösen. Unsere Art. Und meist nur die, die sowieso noch nie funktioniert hat. Aber mit ihr ist man auf der sicheren Seite. Sie funktioniert garantiert nicht. Bei alternativen Lösungen weiß man das nicht so genau. Und Risiken, die mögen sie nun mal gar nicht, unsere Banker und Politiker.


Das haben sie davon, diese bösen, bösen Griechen

Kleine Klarstellung vorweg: Mir geht es hier nicht um die Reinwaschung der griechischen Politik und ihres Klientelismus. Die hat in ihren Auswüchsen hochbizarre Züge. Die wären fast amüsant, wären sie erdacht und nicht Wirklichkeit: Wenn sich etwa der Staat mit denselben Katastertricks selbst bescheißt wie es seine Bürger mit ihm tun. Mir geht es auch nicht um eine finanzwirtschaftliche Bewertung der Ergebnisse, dazu fehlt mir jede Kompetenz.

Angela Merkel (rechts) mit ihrem Finanzminister WOLFgang Schäuble

Angela Merkel (rechts) mit ihrem Finanzminister WOLFgang Schäuble

Aber es gibt so viel, was in dieser politischen Hysterieorgie der letzten Wochen derart desaströs lief, dass ein vernünftiges Ergebnis gar nicht mehr möglich war. Die Griechen sind die Bösen, die Unfähigen – und alle anderen die Guten und Tollen. Angela Merkel und speziell Wolfgang Schäuble haben alternativlos recht, und die Griechen haben immer und überall unrecht und machen alles falsch. Das ist ein wirklich kindisches Schwarz-Weiß-Denken. Und es verunmöglicht jedes Handeln jenseits von Aufrechnen und Rechthaben, verhindert jede Kreativität. Weiche Faktoren gelten nicht. Respekt? Fehlanzeige, Save face? Was ist das? Empathie gibt schon gar nicht. Eher schon Wut und Nachtreten.

Die Griechen sind die Schurken

Fangen wir mit den Griechen an. Sie haben eine fatale Staatskonstruktion. Über Jahre haben sich Politiker aller Couleur ihre Wahlergebnisse durch Wohltaten an die Wähler erkauft. Um das zu finanzieren, haben sie sogar die Staatsbilanzen gefälscht. Das ist schlimm und verwerflich. Aber solche Gaunereien funktionieren nur, wenn man sie auch zulässt. Kohl, Waigel & Co. wollten die Griechen beim Euro um jeden Preis dabei haben – und seitdem wird geflissentlich beiseite geschaut, wenn es um Kontrollen geht.

Hat irgendjemand auf der Seite der Zahlmeister und wirtschaftlich Guten mal ein Wort der Selbstkritik fallen lassen? Gab es irgendwann einen Hauch von Reue, dass man die Fehlkonstruktionen des griechischen Staates, die immer schon bekannt waren, stets stillschweigend geduldet hat? Und warum? Weil die Griechen so brav waren, das Geld zu lukrativen Zinsen bei deutschen Banken zu leihen? Und brav haben sie Rüstungsgüter in Milliardenhöhe aus deutschen Landen geordert. (Der Militärhaushalt steht bis heute nicht als Sparmöglichkeit zur Debatte!)

Das neo-liberale Finanzfiasko

Und dann kamen Rezession und die Finanzkrisen. Die trafen das verletzliche Griechenland viel härter als die prosperierenden Länder der EU. Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister hat das in einem lesenswerten Artikel beispielhaft dargestellt. Die Folge waren aber nicht etwa drastische Strukturvorgaben für Griechenland, sondern nur weitere teure Hilfsprogramme, die Griechenland nur tiefer ins Desaster führten. Die damals verantwortlichen Politiker in Griechenland haben das brav mitgemacht. Und wir hier, die Kreditgeber, haben das forciert, weil es ja so alternativlos war. Angeblich. Irgendwo hier ein Fünkchen Selbstkritik? Nein, alles richtig gemacht, wir verdienen schließlich daran.

Was die Sache in der Folge noch schlimmer macht, ist die Sprengkraft, die dabei innerhalb Europas entfacht worden ist. Krisenländer wie Irland, die baltischen Staaten, die Slowakei, Portugal oder Spanien haben brutale Spardiktate auferlegt bekommen. Sie konnten sie besser verkraften als das strukturell katastrophal aufgestellte Griechenland mit seinen unfähigen und unwilligen Politikern. Aber es machte sie in der Folge zu den unerbittlichsten Gegnern Griechenlands. Denn warum soll es denen besser gehen als ihnen selbst? War das Absicht der reichen Länder oder fehlende Voraussicht? Und hat man hier ein selbstkritisches Wort aus Berlin oder Brüssel gehört?

Die Währung als Sprengstoff 

Der Euro ist einst eingeführt worden, um Europa noch näher zusammenzuführen, um nach den Staatsgrenzen auch die Finanzgrenzen einzureißen. Eine ehrenwerte Idee, nur leider arg schlecht zusammengeschustert. Ein ähnlich selbstzerstörerisches Konstrukt wie unser Rentensystem. Mich erschreckt jedenfalls, welche Gräben sich zwischen den Staaten Europas auftun:. Teils politisch zwischen links (Syriza) und rechts (Finnland, Dänemark, Ungarn); klimatisch zwischen Süd und Nord, katholisch und protestantisch/calvinistisch, schlampig und korrekt; wirtschaftlich zwischen Gebern und Nehmern, arm und reich. So gesehen hat der Euro eine fatale Sprengkraft für Europa. – Das war doch genau andersherum gedacht, oder?

Und Wolfgang Schäuble macht das alles in seiner störrischen Wut über griechische (levantische?) Verhandlungsweisen nur noch schlimmer. Er ist doch Politiker genug, um zu wissen, wie verheerend solch hartleibiges Verhalten im Imagebild ist. Der Satz, Schäuble habe in einer Nacht mit seinem Beharren auf einem Grexit alles kaputt gemacht, was wir Deutschen über Jahrzehnte an Vertrauen und Zutrauen bei unseren Nachbarn aufgebaut haben, ist so falsch nicht. Und das nur, weil ihm ein Varoufakis so ausgiebig auf den Nerv gegangen ist? Oder weil ein byzantinisches Staatsverständnis so konträr zu seiner schwäbischen Kehrwochen-Korrektheit ist?

Ideen statt Rechthaberei

Mich entsetzt auch die Ideenlosigkeit der Rettungsmaßnahmen, die ähnlich absurd erscheinen wie das Staatssystem der Griechen, das sie kurieren sollen. Jetzt wird also – hopp, hopp, hopp – die Mehrwertsteuer angehoben. Die Steuer, die bekanntermaßen vor allem den kleinen Mann trifft – und wieder einmal die Reichen verschont. Diese Steuererhöhung macht die Dinge des täglichen Bedarfs teurer, die sich viele Griechen z. B. mit ihren gekürzten Renten schon jetzt kaum mehr leisten können.

Zugleich weiß jeder, dass die Umgehung der Mehrwertsteuer längst schon der beliebteste Volkssport Griechenlands ist. Das wird jetzt nicht besser werden, wenn es sich noch mehr lohnt, den Staat um diese Einnahmen zu betrügen. Also noch mehr Kontrolleure? In Griechenland? – Hier zeigt sich exemplarisch die fatale Unfähigkeit des Nordens, die Mentalität des Südens auch nur ansatzweise verstehen zu können/zu wollen. Statt Kontrolle und Nordländer-Lösungen wären besser gute Ideen gefragt.

Motivation statt Kontrolle

In China, wo die Lust auf Kassenbons und Zahlung von Mehrwertsteuer auch sehr marginal ausgeprägt ist, hat sich der Staat was einfallen lassen: Jeder Kassenbon ist zugleich ein Lotteriezettel mit einer frei rubbelbaren Losnummer. Alle Vierteljahre gibt es dann – öffentlichkeitswirksam im Fernsehen – eine große Ziehung der Gewinnzahlen. Und dann ist man der Blöde, wenn die Gewinn-Nummer aufleuchtet und man die entsprechende Quittung nicht vorweisen kann. – Seitdem ist das stille Einverständnis zwischen Kunde und Verkäufer, auf Quittungen zu verzichten, deutlich gestört. In China! Da hat man nämlich Ideen, wie levantinische Mentalität erfolgreich zu unterlaufen ist.

In Europa geht man den anderen Weg, den des gegenseitigen Blamierens, der Schuldzuweisungen und des Besser-Wissens, des Ausgrenzens und Niedermachens. Europa ist sehr gut in so was. Das haben wir über Jahrhunderte hin geübt – und in immer neue Krisen und Kriege eskalieren lassen. – Ich hatte gehofft, das hinter uns gelassen zu haben: Einer muss der Buhmann sein, auf den sich die Volksseele und die Volksverblöder (BILD!) einschießen können. Diese Methode hat noch immer jede Demokratie wirkungsvoll zerstört. Sie ist der Nährboden für Faschismus – egal in welcher Art von Schafspelz er diesmal auftauchen mag.

Warm Turkey

30. Juni 2015


Wenn Medien-Entzug zum Vergnügen wird

Ich bin auf Entzug. Multiplem Entzug. Nur bedingt freiwillig. Inzwischen aber gutwillig – und mit guter Laune. Los ging’s mit dem – nur teilweise freiwilligen – Entzug der Tageszeitung, in diesem Fall der Süddeutschen Zeitung. Teils war der streikbedingt, teilweise langen Absenzen von zu Hause geschuldet. Meine Abenteuer rund um mein Abo der Süddeutschen Zeitung habe ich hier in diesem Blog ausführlich beschrieben – samt erhellenden Kommentaren vom Digitalchef der Süddeutschen, Stefan Plöchinger.

Inzwischen bin ich Abonnent der Digitalausgabe der Süddeutschen. Nun gut, jeden zweiten Tag vergisst die Site mein Login, aber mit einem Klick kann  ich dann meist wieder weiterlesen. Nur noch freitags und samstags kommt die Printausgabe ins Haus. (Das klappt nach ein paar Anlaufschwierigkeiten auch.) Kein gutes Geschäft für die Süddeutsche, denn diese Kombi kommt billiger als das Voll-Abo. Der Effekt des Schwenks zur digitalen Ausgabe: Ich lese weniger. Dafür kann die Süddeutsche nichts, vor allem die Wochenendausgabe ist wirklich klasse.

Aber so weit ich vom Digital Native altersbedingt entfernt bin, die vielen Jahre Onlinekommunikation – 20 werden es dieses Jahr! – haben ihre Wirkung hinterlassen. Meine Medienrituale – oder wie der britische Digital-Anthropologe Daniel Miller es nennt: meine Mediatisierung – hat sich spürbar verändert. Zu ungunsten der überkommenen Medien.

Jede Kommunikation ist mediatisiert

Ein Artikel in der Zeit über Daniel Miller und seine weltweite qualitative Sozialforschung zu Facebook, Twitter, WhatsApp Instagram & Co. hat diesen Wandel sehr gut beschrieben: “Jedes persönliche und direkte Gespräch ist mediatisiert, es folgt impliziten Regeln und Konventionen.”Das ist im digitalen Umfeld nicht anders: “Menschen sind durch digitale Technologien nicht einen Deut stärker mediatisiert.” Sein wissenschaftlich untermauertes Resumé zu den Digital Natives: “Technik macht sie glücklich.” – Ja, tut es – mehr oder weniger – auch bei mir.

Der Vorteil der Zeitung, ob digital oder nicht, ist, dass man selbst bestimmen kann, wann man sie lesen will. Das aber ist beim TV nicht der Fall. Entsprechend ist mein TV-Konsum ausgedünnt. Er geht in championsleague-freien Zeiten inzwischen gegen Null. Obwohl, die letzten Partien habe ich mir sowieso per Streaming angesehen. Das Ende von festgelegten Präsenzzeiten vor dem TV erlebe ich nicht als Entzug, sondern als Befreiung. Krimis langweilen mich, Talkshows lösen Panikattacken bei mir aus…, Was mich interessiert – ein paar Dokus oder die “Anstalt” vielleicht – sehe ich mir an, wann ich will. In der Mediathek.

Leapfrogging in Realtime

Das Internet bietet einfach zu viele Attraktionen per Video. Grandiose Musikvideos, Vorträge (nicht nur bei TED), Fortbildungskurse, Dokumentationen gibt es en masse bei YouTube & Co. Hinzu kommen Serien bei Amazon Prime (Bosch, The Man in the High Castle) und Netflix. Und für die guten Tipps, was anzusehen lohnt und was angesehen  werden muss, sorgt die Medienkompetenz meiner Freunde bei Facebook und Twitter – allesamt medienaffine Menschen mit erfrischend kontroversen Interessen und breiter politischer Ausrichtung. (Zugegeben, politisch rechts ist gewollt eine breite Lücke.)

Bei meiner Reise zuletzt nach China war ich gezwungenerweise auch Facebook- und Twitter-abstinent. Beides ist ja in China zusammen mit allen Google-Diensten gesperrt. Auch hier, keine großen gefühlten Defizite. In China vermisst im Alltag ja sowieso keiner diese Dienste, weil es adäquate, oft bessere, passendere – und staatlich kontrollierte Angebote in China gibt. Den Effekt konnte ich gut live miterleben. Das Leben ist dort schon weit selbstverständlich digitaler als bei uns. Und das nicht nur bei jungen Menschen. Leapfrogging in Realtime. – Und ich bin kein Frosch und hüpfe mit.

Die Lehre der Leere

Zurück in Deutschland hat mein kontinuierlicher Entzug herkömmlicher Medienzufuhr durch den Streik der Briefträger weiter an Dynamik gewonnen. Seit drei Wochen ist nun unser Briefkasten schon konsequent leer. Und das ist gut so. Zum einen, weil ich als langjähriger Briefträger (zu Schul- und Unizeiten) deren Ausstand nur gut heißen kann. Zum anderen, weil man so erlebt, dass man es so auch gut ohne den gedruckten Spiegel aushalten kann. Gut für mein Zeitmanagement, schlecht für das Print-Business, dem ich schließlich die ersten zwei Jahrzehnte meiner Berufskarriere zu verdanken habe.

Vor allem aber lehrt der leere Briefkasten, wie sehr sich mein Kommunikationsfeld ins Digitale verschoben hat. Das Leben geht auch ganz gut ohne Post weiter. Herrlich, drei Wochen ohne Postwurfsendungen, ohne Werbung, ohne sonstigen Schmarrn. Gut, ein paar Steuerunterlagen sind verschollen, auch Auftragsbestätigungen. Das kann noch ärgerlich werden. Mal sehen, ob das Finanzamt auch höhere Gewalt (= Streik) anerkennen wird. – Und gespannt bin ich, wann der riesige Berg an Post, der in irgendwelchen Postlagern rumgammelt, angeliefert wird. Und wie? Per LKW?

Begleitete Verflachung und Verdummung

Wie geht es jetzt eigentlich Amazon? Ich bestelle dort nun gar nichts mehr. Dies auch aus erziehungstaktischen Gründen. Entweder wird aus Amazon eine verantwortungsvolle Firma mit Steuerzahlungen, adäquaten Löhnen – oder die Geschäfte in meinem Umfeld werden weiter von meiner Amazon-Abstinenz profitieren. Ich spüre auch hier fast keinerlei Mangelerscheinungen. Das ist Entzug auf die bequemste und irgendwie angenehme Art. Warm turkey statt cold turkey.

So verläuft meine Entwicklung zum Digital Adaptive in Riesensprüngen vorwärts. Den Einflüssen von Old School-Ritualen wie Streik sei dank. Und auch, weil die Medienlandschaft so spürbar und rapide verflacht. Welch Irrtum, im Digitalen nur in krampfhaft erzeugten Klick-Fantastilliarden zu denken. Man kann Clicks auch durch Leistung und Haltung erzielen. VOX, Mic, Vice, Mashable und andere in den USA machen es vor. Jürgen Habermas hat nicht so unrecht, wenn er wie zuletzt in der Süddeutschen schreibt: “Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert.” Begleitete Verflachung und Verdummung, sozusagen. – Schön, dass ich da nicht mehr mittun muss. Warm turkey.


Die Wucht der Bezahlschranke

Vor einer Woche habe ich die Süddeutsche Zeitung in einer Lesermail gebeten, mir einen guten Grund zu geben, warum ich als Abonnent neuerdings zusätzlich Geld dafür zahlen soll, dass ich SZ.de lesen kann. Thema Bezahlschranke. Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen. Scheint eine schwierige Frage gewesen zu sein. Aber man sollte meinen, es könnte eine Antwort auf so eine Frage bereit stehen, wenn man anfängt, für sein Internetangebot Geld verlangen zu wollen. Verkehrsschild im Schnee

Mal kurz die Fakten. Ein Zeitungsabo der Süddeutschen Zeitung kostet 54,40 Euro im Monat (innerhalb Bayerns). Eine Menge Geld, für das man eine Menge Papier frei Haus erhält, das man mehrheitlich nicht (mehr) liest. Aber der Deal ist o. k., eine Zeitung ist was wert. Mir ist es das seit über 40 Jahren wert. Und schließlich kann man als Ehepaar das Abo zu zweit nutzen.

Digital kommt teuer

Jetzt soll man dafür, dass man viele Artikel online liest (die man dann am nächsten Tag gedruckt nicht mehr lesen will), 7,50 Euro monatlich zusätzlich zahlen. Damit nicht genug. Der Ehepartner, da nicht Abonnent, muss für das Onlineangebot 29,99 Euro zusätzlich zahlen. (Die ganzen verbilligten Angebotswochen mal beiseite gelassen, denn die sind schnell vorbei.) Macht summa summarum 91,89 Euro. Das sind 37,49 Euro mehr, knapp 70 Prozent Verteuerung.

Oder will der Verlag, dass man auf das gedruckte Produkt verzichtet. Dann wäre man mit 59,98 Euro dabei, also nur ca. 10 Prozent Kostensteigerung. (Größere Haushalte mit Kindern oder Großeltern mal beiseite gelassen.) Egal: Hier hätte man doch schon gerne wenigstens ein gutes Argument. Denn so viel besser ist die Süddeutsche zuletzt nun auch nicht geworden.

Die Gratis-Kultur des Internet

Das zentrale Argument kenne ich ja sowieso: Das altherkömmliche Businessmodell funktioniert nicht mehr. Die Werbung bricht weg. Die Klein-, Auto-, Stellen- und Immobilienanzeigen sind schon lange den Bach runter. Die Verkäufe werden weniger, die Abonnenten auch. Und Onlinewerbung funktioniert auch nur sehr bedingt, mit hohem Risiko, dass sie mit zunehmend mobiler Nutzung auch massiv einbricht. Und wer ist schuld? Nicht zuletzt ich, der immer die Gratis-Kultur des Internets propagiert habe. Seit 1995. Schon damals hat mir das keine Freunde gebracht.

Das ist natürlich Quatsch, das mit der Gratis-Kultur, aber es argumentiert sich so bequem damit. Ich habe immer dafür plädiert, dass man neue Wege der Finanzierung von Content finden muss. Auch ich habe mich mit der einen oder anderen Einschätzung geirrt. Aber die Idee, sich lieber selbst zu kannibalisieren als die Klein-, Auto-, Kontakt-, Stellen- und Immobilienanzeigen verlagsfernen Firmen zur Eroberung auf dem Präsentierteller anzubieten, wollte nie jemand akzeptieren – bis es zu spät dafür war.

Google ist an allem schuld

Wie wenig – im Ganzen gesehen – Online-Werbung funktionieren kann, habe ich nicht abgesehen. Zu sehr habe ich Werbung als selbstverständliche Finanzierungsmethode von redaktionellen Inhalten gesehen. Ein wohl unvermeidlicher blinder Fleck der beruflichen Selbstwahrnehmung, wenn man über Jahrzehnte im Magazin-Business (vor dem Internet) davon – gut – gelebt hat.

Nun ist also – neben der Gratis-Kultur des Internet, versteht sich – die Digitalisierung daran schuld, dass das Anzeigenbusiness nicht mehr funktionieren will. Genauer gesagt ist Google dran schuld. Das behaupten zumindest die Großverleger und ihre Verbände. (Zur selben Zeit, arbeiten diese aber munter und sehr bereitwillig bei der Vermarktung ihrer Inhalte mit Google zusammen. Darüber wird aber brav still geschwiegen.)

Der Geburtsfehler der Qualitätsmedien

Die Wahrheit ist eine andere: Es war der Geburtsfehler der Zeitungshäuser schlechthin, dass von Anfang an die Werbung die teuren Herren und Frauen Journalisten und die von ihnen (mal teuer, mal weniger teuer) produzierten Inhalte quer subventioniert haben. Ein verständlicher Fehler. Schließlich sind viele Publikationen einst von Druckereien gegründet worden, die ihre Maschinen ausgelastet sehen wollten. Und wenn es informative und qualitätsvolle Inhalte brauchte, zwischen die man werbliche Inhalte platzieren konnte, dann war man sogar bereit, für Inhalte Geld in die Hand zu nehmen.

Dabei waren es genau diese qualitativen Inhalte, die Meldungen, die Features, die Reportagen, die Meinungen, die Reflexionen und auch die Provokationen, die unsere Gesellschaften, die unsere Demokratien erst möglich machten – und so lange prägten, dass sie uns heute – fälschlicherweise – selbstverständlich erscheinen. Ohne eine freie Presse, ohne die Vielfalt an gedruckten Meinungen wäre unsere pluralistische Gesellschaft nicht möglich.

Die Bezahl-Kultur durch Werbung

Blöd nur, dass ausgerechnet alles das dank der Finanzierung durch Werbung möglich wurde. Sozusagen haben wir nun schon seit ca. 150 Jahren eine fatale Nicht-Bezahl-Kultur von Inhalten durch Anzeigen und kommerzielle Angebote. 150 Jahre Bezahl-Kultur durch Werbung. Und genau die droht jetzt durch die Digitalisierung, vulgo GoogleFacebookTwitterWhatsAppPinterest&Co kaputt zu gehen. Aber ausbaden soll das nun der Käufer und Abonnent von Inhalten, weil der schuld ist an der Gratis-Kultur des Internet? Oder so.

Was mich daran so ärgert, ist die Business-Ignoranz der Verlage. Mit ihren Bezahlschranken sorgen sie sehr effektiv dafür, dass sie sich einerseits komplett und offenen Auges von jungem Lesepublikum verabschieden. Und zum zweiten nehmen sie sich aus dem öffentlichen Diskurs heraus, der heute nun mal in sozialen und mobilen Medien stattfindet. Und das alles nur, damit der Tod auf Raten ein wenig länger dauert und die Raten ein weniger billiger werden, weil von zahlendem Publikum ein wenig gegenfinanziert. Lange genug, damit die heute verantwortlichen Redakteure und Manager vermeintlich heil in Rente sind.

Die Hybris der hybriden Medien

Dafür überlassen sie das Feld den Content-Produzenten, die nur auf Klick-Millionen und -Milliarden aus sind, wie es etwa Jonah Peretti, Gründer von Buzzfeed, vor Kurzem auf der SXSW in Austin in seinem Vortrag deutlich gemacht hat. Dabei ist ihm völlig egal, welcher Plattform er sich dabei bedient. Eine eigene braucht er fast gar nicht, nur mehr für solche Medien-Dinosauriere, die mit ihren Laptops Homepages ansteuern. Also für Non-Digitals, die auch bereit sind, Bezahlschranken zu akzeptieren.

Wie fatal so eine Haltung ist, die alle neuen Content-Produzenten pflegen, die ihr Geld mit Native Advertising und anderen – vornehm gesagt – hybriden Finanzierungsmodellen machen, hat in einem bemerkenswerten Artikel in iMEDIA “How advertising ruined publishing” Sean X. beschrieben: Wenn es keine klare und nachvollziehbare Trennung von kommerziellen und nicht-kommerziellen (vulgo: qualitativen) Inhalten gibt, bricht das komplette System des Publishing, wie wir es kennen und wie es unsere Gesellschaft geprägt hat, zusammen.

Ein möglicher Ausweg: Content-Streamingdienste

Sean X. ist VicePresident des Acquisition Marketing von creditera, einem Online-Business-Kredit-Anbieter. Sein Ausweg aus dem Finanzierungsdilemma von Qualitätsinhalten durch Werbung ist Micropayment, also das problemlose Zahlen von Artikeln ohne Abogebühren etc. (siehe oben); also sozusagen Bezahlschränkchen, so klein, dass sie niemand stören. Ich halte diesen Weg für nicht sehr gelungen und durchsetzbar – schon mangels funktionierenden und akzeptierten Micropaymentsystemen.

Ich halte eine andere Lösung für viel einfacher – und ich praktiziere sie seit geraumer Zeit täglich bzw. monatlich. Wie es gut funktionierende Musik-Streamingdienste wie Spotify oder Deezer gibt, die binnen kürzester Zeit auf Konsumentenseite akzeptiert worden sind, müsste es schleunigst wirklich gute Content-Streaminganbieter geben. Versuche in diese Richtung gab es schon, etwa Online-Kioske von Google (ausgerechnet!) oder von deutschen Verlegern (ausgerechnet!). Nur haben die nicht funktioniert, waren nicht ausgereift oder sind vor Bekanntwerden schon dem Vergessen anheim gefallen.

Mal sehen, wer groß und entschlossen genug ist, so etwas durchzusetzen. Weltweit, unkompliziert, bezahlbar und mit wirklich optimalen Inhalten. Dagegen würden sich Buzzfeed, Huffington Post, Vice und wie die Klick-Schleppnetzfischer alle heißen, schwer tun. Und Content-Produzenten sollten dann genug Geld bekommen, um wirklich qualitative Inhalte produzieren zu können, weil sie dann auf gesellschaftliche Relevanz gepolt sein können und nicht auf Klick-Gier. Das würde den Online-Inhalten generell mehr als gut tun.


Wo ist die Zeit geblieben? Hat sie ein Zuhause?

Gerade in diesem Moment poppt in der Facebook-Timeline von Peter Glaser der Satz auf: “Bei euch macht die Zeit tick-tack, tick-tack. Bei uns macht sie Mmmmmh.” Es gibt solche absonderlichen Momente spontaner Weisheit. Immer öfter. Im Internet. Ein Satz steht im Raum, noch nie zuvor gehört oder gelesen. Aber es ist, als hätte er schon seit langem einem selbst auf der Zunge gelegen. – Zunge? – Oder wo man halt sonst sein Zeitgeistgespür verorten mag.

iStock_000017987518LargeAlles jammert, dass die Zeit immer schneller verrinnt. Dass sie sich beschleunigt – und mit ihr unser alltägliches – allzeitliches – Leben. Das ist das Schöne an kontinuierlicher Beschleunigung. Irgendwann kommt da selbst die Zeit nicht mehr mit. Dann löst sie sich auf. Aus dem “Tick-Tack” wird ein rhythmusloses, losgelöstes Seufzen, Brummen, ein ratloses “Mmmmmh”. Und das ist schön. Die Zeit bleibt da nicht stehen, aber sie macht sich auf eine eigene Art überflüssig – und unwichtig. Auch an der Zeit nagt der Zahn der Zeit.

Die Zeit hat sich seit der Digitalität immer weiter aufgelöst. Sie hat ihr Zuhause verloren. (Daher auch immer wieder die Frage: Wo ist die Zeit geblieben?) Das Nacheinander von Informationen ist dem Nebeneinander, Übereinander und Durcheinander von Zeitigkeit, von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit gewichen. Die Zukunft wird zunehmend von der Gegenwart eingeholt. – Traut sich noch jemand “Zukunftsforscher” zu nennen? Und welche Zukunft will er noch prognostizieren? Die von heute? Morgen ist doch sowie schon fast vorbei. Und findet das überhaupt statt?

Zeitreise zurück im Gedankengang

Die Verschiebung von heute, morgen, gestern ist für Zeitungsleser jeden morgen Alltag. Mehr als die Hälfte der Nachrichten sind Déjà vu. Hat man doch alles längst schon gelesen und gesehen. Ein weiteres Viertel der berichteten Wirklichkeit trägt eine seltsames Patina. Man ist selbst doch schon längst sehr viel weiter mit seinen Gedanken. Man muss, wenn man denn dazu bereit ist, den Gedankengang mühsam wieder zum Stand des jeweiligen Autoren zurückgehen. – Und nur ganz, ganz wenig ist in der alltäglichen Zeitung nach vorne gedacht. (Am Wochenende in der Süddeutschen ist der Anteil angenehmerweise deutlich höher.)

So verrutscht unser Zeitempfinden immer dramatischer. Und von wegen “Tick-Tack”. Wir haben uns doch längst von dieser Rhythmik befreit. Wer auf sich hält, trägt keine Armbanduhr mehr. Das sichtbarste Zeichen eines digitalen Commitments ist die blanke Handfessel. Es sei denn man ist iOS-hörig und schraubt sich nun dort eine Smartwatch an, die nicht tickt und auch nur bestenfalls 18 Stunden lang am Stück die Uhrzeit zeigt, bevor sie mangels Saft verglimmt. Stumm. Ganz ohne mmmmmh.

Der Jetlag des Prekariats

Schnell ganz schnell musste die Smartwatch auf den Markt, ehe sich zu viele Menschen an eine uhrlose Handfessel gewöhnen. Dann wäre der letzte Platz, gerade Männern Geld für ein kleines Stück Körperschmuck abjagen zu können verloren gewesen. Und die Zeitlosigkeit wäre zur grundexistenziellen Grunderfahrung avanziert. Der reinste Horror Vacui, nicht nur für Juweliere.

Apple weiß, dass die Uhrzeit am wenigsten interessant ist an der Apple-Watch. Die bekommt man dann ja auch gratis. Man zahlt aber mit den persönlichen Daten der täglichen Lebensführung, den Leistungsdaten der Fitness-Apps – und natürlich dem eCommerce-Know how der Payment-App. Zeit ist unwichtig, die Daten sind der Schatz, den es zu heben gilt. Das Leistungsprinzip wird neu definiert. Statt Arbeit pro Zeit gilt nun Datendichte pro User.

Die Befreiung der Zeit

“Time is on my side!” – singen die Rolling Stones – “yes it is!” Und weiter: “Now you all were saying that you want to be free.” Eine schöne Weisheit. (Stammt nicht von den Stones, sondern von Textautor Jerry Ragovoy.) In der digitalen Welt ist Zeit fast immer das Jetzt. Eines, das uns hetzt, wenn wir nicht aufpassen. Dann ist es geschehen um unsere Freiheit. Das Jetzt kann man aber auch zu genießen lernen. Wir üben das, indem wir gleichzeitig ganz viele Jetzte beobachten. Bei Facebook, Twitter & Co.. Jetzt in Bild, Ton, Text und Video. Ein fraktales, über alle Welt hinaus zersplittertes Jetzt. Ein Jetzt, an dem stets noch ein bisschen Flaum dran klebt. Ein kleiner Gruß aus der Zukunft – beziehungsweise, was davon noch übrig geblieben ist.

Was machen aber nun die Menschen, bei denen die Zeit noch “tick-tack” macht und nicht “mmmmmmh”. Die noch den Stechschritt der Zeit brauchen, um sich in der Welt heimisch zu fühlen? Was tun, wenn man Angst vor der Auflösung der Zeit hat? Wenn man noch diese drög konventionelle Aufteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft braucht, um sein Leben zu organisieren? Wohin mit der Zukunftsangst, wenn es keine Zukunft mehr gibt? Und was tun mit den wehmütigen Erinnerungen, wenn die Gegenwart einen mit so vielen, auch schönen Bilder bombardiert – und die Wissenschaft längst beweist, dass alle Erinnerungen irgendwie Einbildungen sind?

Also ich habe den Verdacht, dass das mit einem auf Logik und Zack getunten Gehirn nicht so recht funktionieren mag. Eher mit einem sehr relaxten Mind, der gerne mal im “mmmmh”-Modus läuft. Ein wacher, aber absichtsloser Geist, der sich kindlich über die Ereignisintensität einer immer fraktaler werdenden Gegenwart freuen kann. Und ein kreativer Geist, der die Masse an Input genießt – und kreativ das Beste daraus macht: noch mehr Jetzt. Noch mehr “Mmmmmh”.

Damit fangen wir gleich mal an. Jetzt! – Mmmmmh…


Kritik am Internet – unter allem Niveau

Das hat das Internet nicht verdient. Wirklich nicht. Es hat einfach miserable Kritiker. Und sie werden immer schlechter. Aber das niedrige Niveau der Kritik am Internet hilft beiden interessierten Seiten. Den Digitalphobikern, weil sie es sich weiter in ihrer Modernitäts-Allergie und Technologie-Angst gemütlich machen können. Und es kommt zugleich den Internet-Technologen und -Magnaten zupass, weil sie dank solch zahnloser, nur Vorurteile wiederkäuende Kritik völlig ungestört weitermachen können und so gut wie nie kompetent (!) hinterfragt werden. Eine reverse Win-Win-Situation…

Andrew Keen

Andrew Keen

Zu Beginn des Internets, in den 90er-Jahren, war in den deutschen Medien immerhin noch ein Joseph Weizenbaum der bevorzugte Kritiker des Internet. Sein eigentlicher Gegner waren der Computer an sich und die künstliche Intelligenz. Und hier waren seine warnenden Worte nicht so falsch. Aber da Internet-Kritik höher nachgefragt war, bediente Weizenbaum auch diesen Markt. Er nannte also das Internet einen “Schrotthaufen” mit nur 10 Prozent “Perlen und Goldgruben”. Den Term “Schrotthaufen” hörte die non-digitale Intelligenzia hierzulande nur allzu gerne. Dass 10 Prozent Perlen bei der Unmenge der Inhalte im Netz ein ungeheurer Fundus ist, wurde geflissentlich übersehen.

Vom Paulus zum Saulus

Den nächsten Heroen der Internet-Kritik gab dann Jaron Lanier. Er wurde umso mehr geliebt, weil er einst Internet-Wunderkind war und erst zum Kritiker mutierte. Aussagen von ihm wie: “Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.”, gehen hierzulande runter wie geschmolzene Platinen. Was dabei aber übersehen wird, ist die Tatsache, dass Lanier nicht das Internet an sich kritisiert, sondern speziell seine derzeitige (hyper-)kapitalistische Ausgestaltung.

Fachlich waren bzw. sind Weizenbaum und Lanier unbestritten. In ihren Thesen waren sie nie um Deftigkeit und Knalligkeit verlegen, aber all ihre Kritik hatte noch irgendwie Hand und Fuß. Es war eher die Rezeption, speziell in Deutschland, die ihre Kritik problematisch machte. Ihre Argumente wurden stets auf Plattitüden verkürzt, wo sie doch eher als Anstöße für eine fruchtbare Diskussion geeignet waren. Vor allem aber hatten beide intellektuellen Esprit.

Wer verkauft Daten

Die kann man Andrew Keen keineswegs attestieren. Der füllt zur Zeit die kurzzeitig vakante Position des Internet-Bashers in Deutschland aus. Seine Kompetenz ist der Start eines obskuren, längst gescheiterten Internet-Start up. Seitdem lebt er von seinen Büchern, die er eifrig auf Vortragstourneen zu vermarkten weiß. Zuerst nahm er in “The Cult of the amateur” (“Die Stunde der Stümper”) Wikipedia aufs Korn, jetzt ist es in “The Internet is not the answer” das Internet selbst, speziell aber Social Media, an dem er sich abarbeitet. Mit arg unzulänglichen Mitteln. Wie billig und auch falsch seine Kritik ist, zeigt ein Interview mit ihm in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Februar 2015. (Natürlich nicht online.)

1. Zitat Keen: “Firmen wie Google und Facebook verkaufen unsere Daten im Netz.” – Das stimmt doch so nicht. Es gibt genug Firmen, die Daten verkaufen. Adresshändler, Datenaggregatoren und natürlich auch alle unsere Medienhäuser. Und die verkaufen Daten seit ewigen Zeiten und auch schon vor der Internet-Zeit: Etwa frei zugängliche statistische und persönliche Informationen, Kreditkartendaten etc. Richtig ist, dass Google, Facebook – und auch Apple – mit Daten Geld verdienen. Aber nicht indem sie Daten verkaufen, sondern personalisierte Werbung in Auktionen zu Geld machen. Das kann man in Frage stellen. Aber wer behauptet: Google & Co. verkaufen Daten, macht es sich zu leicht, bedient tumbe Ressentiments – und verdummt seine Leser.

Der Job-Vernichter Internet

2. Zitat Keen: “Das Internet zerstört alte Berufe, ohne dass es neue schafft. Die Internetökonomie zerstört nur.” Das stimmt so nicht. Das Internet schafft unglaublich viele neue Einkommensmöglichkeiten, auch viele neue Berufe. Vor allem verwechselt Andrew Keen die Digitalwirtschaft mit der Internetökonomie. Das zeigt sein gern genutztes Beispiel des Filmherstellers Kodak, bei dem 134.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Daran war nicht Instagram schuld, wie er behauptet, sondern die Digitalisierung der Fotografie. Warum behauptet Keen solchen Unfug? Instagram hilft nur, die sowieso digital geschossenen Fotos netzwerktauglich zu verbreiten.

3. Oder Keen über Twitter: “Dieser permanente Schwall an 140-Zeichen-Nachrichten, voll von selbstreferenziellem Narzissmus. Jeder spricht dort immerzu mit sich selbst.” Dieser Vorwurf würde bei vielen Facebook-Accounts sicher stimmen, aber nicht bei Twitter. Genau deswegen hat Twitter auch nicht ansatzweise dieselbe Verbreitung wie Facebook. Twitter ist ein hervorragendes Micro-Distributions-Tool, ideal für Recherche, ideal für inhaltlich wertvolle Updates. Und jeder kann sich ganz leicht gegen Dampfplauderer wehren: einfach entfolgen. – Hat Keen Twitter nicht verstanden, oder warum behauptet er solchen Unsinn?

Blanke Banalitäten 

4. Zitat Keen: “Demokratie und Internet sind ein Widerspruch in sich. Man sagt ja immer, das Netz gäbe auch Milieus eine Stimme, die vorher keine hatten. Das ist ein sehr herablassender Gedanke. Die Menschen in Demokratien hatten immer eine Stimme.” – Fragt sich, wie Keen zu so etwas kommt? Einzelne Stimmen wurden vor dem Internet wirklich nicht gehört. Und es wurde die Stimme auch gar nicht erst erhoben, weil man Ohnmacht spürte. Man ahnte ja nicht, wie viele Menschen etwa ähnlich dachten und fühlten. Heute ist das dank des Internets möglich. Dass das auch unsinnigen und politisch unliebsamen Protest möglich macht, ist die Kehrseite einer aber generell sehr ehrenwerten Medaille.

Aber so etwas passt natürlich nicht in das sehr einfach gezimmerte digitale Weltbild eines Andrew Keen. Schade drum. Durch seinen Hang zu simplen Ressentiments nimmt er vielen Themen, die es verdienten diskutiert zu werden, jede Chance. Keen geht es nicht darum, das Internet besser zu machen, sondern nur darum, seine Bücher zu verkaufen. Das ist legitim. Aber noch lang kein Grund, ihm zuhören zu müssen. Es ist faszinierend zu beobachten, dass die etablierten Medien es dennoch so gerne tun.

Tim O’Reilly, Internet- und Social 2.0-Vordenker – und Kongress-Veranstalter, hat das Phänomen Andrew Keens gut auf den Punkt gebracht: “Nach meiner Einschätzung geht es ihm einfach nur darum, einen Dreh zu finden, irgendeine Kontroverse loszutreten, um dazu ein Buch zu verkaufen. Seiner Kritik geht stets jede Substanz ab.”

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