Das haben sie davon, diese bösen, bösen Griechen

Kleine Klarstellung vorweg: Mir geht es hier nicht um die Reinwaschung der griechischen Politik und ihres Klientelismus. Die hat in ihren Auswüchsen hochbizarre Züge. Die wären fast amüsant, wären sie erdacht und nicht Wirklichkeit: Wenn sich etwa der Staat mit denselben Katastertricks selbst bescheißt wie es seine Bürger mit ihm tun. Mir geht es auch nicht um eine finanzwirtschaftliche Bewertung der Ergebnisse, dazu fehlt mir jede Kompetenz.

Angela Merkel (rechts) mit ihrem Finanzminister WOLFgang Schäuble

Angela Merkel (rechts) mit ihrem Finanzminister WOLFgang Schäuble

Aber es gibt so viel, was in dieser politischen Hysterieorgie der letzten Wochen derart desaströs lief, dass ein vernünftiges Ergebnis gar nicht mehr möglich war. Die Griechen sind die Bösen, die Unfähigen – und alle anderen die Guten und Tollen. Angela Merkel und speziell Wolfgang Schäuble haben alternativlos recht, und die Griechen haben immer und überall unrecht und machen alles falsch. Das ist ein wirklich kindisches Schwarz-Weiß-Denken. Und es verunmöglicht jedes Handeln jenseits von Aufrechnen und Rechthaben, verhindert jede Kreativität. Weiche Faktoren gelten nicht. Respekt? Fehlanzeige, Save face? Was ist das? Empathie gibt schon gar nicht. Eher schon Wut und Nachtreten.

Die Griechen sind die Schurken

Fangen wir mit den Griechen an. Sie haben eine fatale Staatskonstruktion. Über Jahre haben sich Politiker aller Couleur ihre Wahlergebnisse durch Wohltaten an die Wähler erkauft. Um das zu finanzieren, haben sie sogar die Staatsbilanzen gefälscht. Das ist schlimm und verwerflich. Aber solche Gaunereien funktionieren nur, wenn man sie auch zulässt. Kohl, Waigel & Co. wollten die Griechen beim Euro um jeden Preis dabei haben – und seitdem wird geflissentlich beiseite geschaut, wenn es um Kontrollen geht.

Hat irgendjemand auf der Seite der Zahlmeister und wirtschaftlich Guten mal ein Wort der Selbstkritik fallen lassen? Gab es irgendwann einen Hauch von Reue, dass man die Fehlkonstruktionen des griechischen Staates, die immer schon bekannt waren, stets stillschweigend geduldet hat? Und warum? Weil die Griechen so brav waren, das Geld zu lukrativen Zinsen bei deutschen Banken zu leihen? Und brav haben sie Rüstungsgüter in Milliardenhöhe aus deutschen Landen geordert. (Der Militärhaushalt steht bis heute nicht als Sparmöglichkeit zur Debatte!)

Das neo-liberale Finanzfiasko

Und dann kamen Rezession und die Finanzkrisen. Die trafen das verletzliche Griechenland viel härter als die prosperierenden Länder der EU. Der österreichische Wirtschaftswissenschaftler Stephan Schulmeister hat das in einem lesenswerten Artikel beispielhaft dargestellt. Die Folge waren aber nicht etwa drastische Strukturvorgaben für Griechenland, sondern nur weitere teure Hilfsprogramme, die Griechenland nur tiefer ins Desaster führten. Die damals verantwortlichen Politiker in Griechenland haben das brav mitgemacht. Und wir hier, die Kreditgeber, haben das forciert, weil es ja so alternativlos war. Angeblich. Irgendwo hier ein Fünkchen Selbstkritik? Nein, alles richtig gemacht, wir verdienen schließlich daran.

Was die Sache in der Folge noch schlimmer macht, ist die Sprengkraft, die dabei innerhalb Europas entfacht worden ist. Krisenländer wie Irland, die baltischen Staaten, die Slowakei, Portugal oder Spanien haben brutale Spardiktate auferlegt bekommen. Sie konnten sie besser verkraften als das strukturell katastrophal aufgestellte Griechenland mit seinen unfähigen und unwilligen Politikern. Aber es machte sie in der Folge zu den unerbittlichsten Gegnern Griechenlands. Denn warum soll es denen besser gehen als ihnen selbst? War das Absicht der reichen Länder oder fehlende Voraussicht? Und hat man hier ein selbstkritisches Wort aus Berlin oder Brüssel gehört?

Die Währung als Sprengstoff 

Der Euro ist einst eingeführt worden, um Europa noch näher zusammenzuführen, um nach den Staatsgrenzen auch die Finanzgrenzen einzureißen. Eine ehrenwerte Idee, nur leider arg schlecht zusammengeschustert. Ein ähnlich selbstzerstörerisches Konstrukt wie unser Rentensystem. Mich erschreckt jedenfalls, welche Gräben sich zwischen den Staaten Europas auftun:. Teils politisch zwischen links (Syriza) und rechts (Finnland, Dänemark, Ungarn); klimatisch zwischen Süd und Nord, katholisch und protestantisch/calvinistisch, schlampig und korrekt; wirtschaftlich zwischen Gebern und Nehmern, arm und reich. So gesehen hat der Euro eine fatale Sprengkraft für Europa. – Das war doch genau andersherum gedacht, oder?

Und Wolfgang Schäuble macht das alles in seiner störrischen Wut über griechische (levantische?) Verhandlungsweisen nur noch schlimmer. Er ist doch Politiker genug, um zu wissen, wie verheerend solch hartleibiges Verhalten im Imagebild ist. Der Satz, Schäuble habe in einer Nacht mit seinem Beharren auf einem Grexit alles kaputt gemacht, was wir Deutschen über Jahrzehnte an Vertrauen und Zutrauen bei unseren Nachbarn aufgebaut haben, ist so falsch nicht. Und das nur, weil ihm ein Varoufakis so ausgiebig auf den Nerv gegangen ist? Oder weil ein byzantinisches Staatsverständnis so konträr zu seiner schwäbischen Kehrwochen-Korrektheit ist?

Ideen statt Rechthaberei

Mich entsetzt auch die Ideenlosigkeit der Rettungsmaßnahmen, die ähnlich absurd erscheinen wie das Staatssystem der Griechen, das sie kurieren sollen. Jetzt wird also – hopp, hopp, hopp – die Mehrwertsteuer angehoben. Die Steuer, die bekanntermaßen vor allem den kleinen Mann trifft – und wieder einmal die Reichen verschont. Diese Steuererhöhung macht die Dinge des täglichen Bedarfs teurer, die sich viele Griechen z. B. mit ihren gekürzten Renten schon jetzt kaum mehr leisten können.

Zugleich weiß jeder, dass die Umgehung der Mehrwertsteuer längst schon der beliebteste Volkssport Griechenlands ist. Das wird jetzt nicht besser werden, wenn es sich noch mehr lohnt, den Staat um diese Einnahmen zu betrügen. Also noch mehr Kontrolleure? In Griechenland? – Hier zeigt sich exemplarisch die fatale Unfähigkeit des Nordens, die Mentalität des Südens auch nur ansatzweise verstehen zu können/zu wollen. Statt Kontrolle und Nordländer-Lösungen wären besser gute Ideen gefragt.

Motivation statt Kontrolle

In China, wo die Lust auf Kassenbons und Zahlung von Mehrwertsteuer auch sehr marginal ausgeprägt ist, hat sich der Staat was einfallen lassen: Jeder Kassenbon ist zugleich ein Lotteriezettel mit einer frei rubbelbaren Losnummer. Alle Vierteljahre gibt es dann – öffentlichkeitswirksam im Fernsehen – eine große Ziehung der Gewinnzahlen. Und dann ist man der Blöde, wenn die Gewinn-Nummer aufleuchtet und man die entsprechende Quittung nicht vorweisen kann. – Seitdem ist das stille Einverständnis zwischen Kunde und Verkäufer, auf Quittungen zu verzichten, deutlich gestört. In China! Da hat man nämlich Ideen, wie levantinische Mentalität erfolgreich zu unterlaufen ist.

In Europa geht man den anderen Weg, den des gegenseitigen Blamierens, der Schuldzuweisungen und des Besser-Wissens, des Ausgrenzens und Niedermachens. Europa ist sehr gut in so was. Das haben wir über Jahrhunderte hin geübt – und in immer neue Krisen und Kriege eskalieren lassen. – Ich hatte gehofft, das hinter uns gelassen zu haben: Einer muss der Buhmann sein, auf den sich die Volksseele und die Volksverblöder (BILD!) einschießen können. Diese Methode hat noch immer jede Demokratie wirkungsvoll zerstört. Sie ist der Nährboden für Faschismus – egal in welcher Art von Schafspelz er diesmal auftauchen mag.

Warm Turkey

30. Juni 2015


Wenn Medien-Entzug zum Vergnügen wird

Ich bin auf Entzug. Multiplem Entzug. Nur bedingt freiwillig. Inzwischen aber gutwillig – und mit guter Laune. Los ging’s mit dem – nur teilweise freiwilligen – Entzug der Tageszeitung, in diesem Fall der Süddeutschen Zeitung. Teils war der streikbedingt, teilweise langen Absenzen von zu Hause geschuldet. Meine Abenteuer rund um mein Abo der Süddeutschen Zeitung habe ich hier in diesem Blog ausführlich beschrieben – samt erhellenden Kommentaren vom Digitalchef der Süddeutschen, Stefan Plöchinger.

Inzwischen bin ich Abonnent der Digitalausgabe der Süddeutschen. Nun gut, jeden zweiten Tag vergisst die Site mein Login, aber mit einem Klick kann  ich dann meist wieder weiterlesen. Nur noch freitags und samstags kommt die Printausgabe ins Haus. (Das klappt nach ein paar Anlaufschwierigkeiten auch.) Kein gutes Geschäft für die Süddeutsche, denn diese Kombi kommt billiger als das Voll-Abo. Der Effekt des Schwenks zur digitalen Ausgabe: Ich lese weniger. Dafür kann die Süddeutsche nichts, vor allem die Wochenendausgabe ist wirklich klasse.

Aber so weit ich vom Digital Native altersbedingt entfernt bin, die vielen Jahre Onlinekommunikation – 20 werden es dieses Jahr! – haben ihre Wirkung hinterlassen. Meine Medienrituale – oder wie der britische Digital-Anthropologe Daniel Miller es nennt: meine Mediatisierung – hat sich spürbar verändert. Zu ungunsten der überkommenen Medien.

Jede Kommunikation ist mediatisiert

Ein Artikel in der Zeit über Daniel Miller und seine weltweite qualitative Sozialforschung zu Facebook, Twitter, WhatsApp Instagram & Co. hat diesen Wandel sehr gut beschrieben: “Jedes persönliche und direkte Gespräch ist mediatisiert, es folgt impliziten Regeln und Konventionen.”Das ist im digitalen Umfeld nicht anders: “Menschen sind durch digitale Technologien nicht einen Deut stärker mediatisiert.” Sein wissenschaftlich untermauertes Resumé zu den Digital Natives: “Technik macht sie glücklich.” – Ja, tut es – mehr oder weniger – auch bei mir.

Der Vorteil der Zeitung, ob digital oder nicht, ist, dass man selbst bestimmen kann, wann man sie lesen will. Das aber ist beim TV nicht der Fall. Entsprechend ist mein TV-Konsum ausgedünnt. Er geht in championsleague-freien Zeiten inzwischen gegen Null. Obwohl, die letzten Partien habe ich mir sowieso per Streaming angesehen. Das Ende von festgelegten Präsenzzeiten vor dem TV erlebe ich nicht als Entzug, sondern als Befreiung. Krimis langweilen mich, Talkshows lösen Panikattacken bei mir aus…, Was mich interessiert – ein paar Dokus oder die “Anstalt” vielleicht – sehe ich mir an, wann ich will. In der Mediathek.

Leapfrogging in Realtime

Das Internet bietet einfach zu viele Attraktionen per Video. Grandiose Musikvideos, Vorträge (nicht nur bei TED), Fortbildungskurse, Dokumentationen gibt es en masse bei YouTube & Co. Hinzu kommen Serien bei Amazon Prime (Bosch, The Man in the High Castle) und Netflix. Und für die guten Tipps, was anzusehen lohnt und was angesehen  werden muss, sorgt die Medienkompetenz meiner Freunde bei Facebook und Twitter – allesamt medienaffine Menschen mit erfrischend kontroversen Interessen und breiter politischer Ausrichtung. (Zugegeben, politisch rechts ist gewollt eine breite Lücke.)

Bei meiner Reise zuletzt nach China war ich gezwungenerweise auch Facebook- und Twitter-abstinent. Beides ist ja in China zusammen mit allen Google-Diensten gesperrt. Auch hier, keine großen gefühlten Defizite. In China vermisst im Alltag ja sowieso keiner diese Dienste, weil es adäquate, oft bessere, passendere – und staatlich kontrollierte Angebote in China gibt. Den Effekt konnte ich gut live miterleben. Das Leben ist dort schon weit selbstverständlich digitaler als bei uns. Und das nicht nur bei jungen Menschen. Leapfrogging in Realtime. – Und ich bin kein Frosch und hüpfe mit.

Die Lehre der Leere

Zurück in Deutschland hat mein kontinuierlicher Entzug herkömmlicher Medienzufuhr durch den Streik der Briefträger weiter an Dynamik gewonnen. Seit drei Wochen ist nun unser Briefkasten schon konsequent leer. Und das ist gut so. Zum einen, weil ich als langjähriger Briefträger (zu Schul- und Unizeiten) deren Ausstand nur gut heißen kann. Zum anderen, weil man so erlebt, dass man es so auch gut ohne den gedruckten Spiegel aushalten kann. Gut für mein Zeitmanagement, schlecht für das Print-Business, dem ich schließlich die ersten zwei Jahrzehnte meiner Berufskarriere zu verdanken habe.

Vor allem aber lehrt der leere Briefkasten, wie sehr sich mein Kommunikationsfeld ins Digitale verschoben hat. Das Leben geht auch ganz gut ohne Post weiter. Herrlich, drei Wochen ohne Postwurfsendungen, ohne Werbung, ohne sonstigen Schmarrn. Gut, ein paar Steuerunterlagen sind verschollen, auch Auftragsbestätigungen. Das kann noch ärgerlich werden. Mal sehen, ob das Finanzamt auch höhere Gewalt (= Streik) anerkennen wird. – Und gespannt bin ich, wann der riesige Berg an Post, der in irgendwelchen Postlagern rumgammelt, angeliefert wird. Und wie? Per LKW?

Begleitete Verflachung und Verdummung

Wie geht es jetzt eigentlich Amazon? Ich bestelle dort nun gar nichts mehr. Dies auch aus erziehungstaktischen Gründen. Entweder wird aus Amazon eine verantwortungsvolle Firma mit Steuerzahlungen, adäquaten Löhnen – oder die Geschäfte in meinem Umfeld werden weiter von meiner Amazon-Abstinenz profitieren. Ich spüre auch hier fast keinerlei Mangelerscheinungen. Das ist Entzug auf die bequemste und irgendwie angenehme Art. Warm turkey statt cold turkey.

So verläuft meine Entwicklung zum Digital Adaptive in Riesensprüngen vorwärts. Den Einflüssen von Old School-Ritualen wie Streik sei dank. Und auch, weil die Medienlandschaft so spürbar und rapide verflacht. Welch Irrtum, im Digitalen nur in krampfhaft erzeugten Klick-Fantastilliarden zu denken. Man kann Clicks auch durch Leistung und Haltung erzielen. VOX, Mic, Vice, Mashable und andere in den USA machen es vor. Jürgen Habermas hat nicht so unrecht, wenn er wie zuletzt in der Süddeutschen schreibt: “Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert.” Begleitete Verflachung und Verdummung, sozusagen. – Schön, dass ich da nicht mehr mittun muss. Warm turkey.


Die Wucht der Bezahlschranke

Vor einer Woche habe ich die Süddeutsche Zeitung in einer Lesermail gebeten, mir einen guten Grund zu geben, warum ich als Abonnent neuerdings zusätzlich Geld dafür zahlen soll, dass ich SZ.de lesen kann. Thema Bezahlschranke. Eine Antwort habe ich bis heute nicht bekommen. Scheint eine schwierige Frage gewesen zu sein. Aber man sollte meinen, es könnte eine Antwort auf so eine Frage bereit stehen, wenn man anfängt, für sein Internetangebot Geld verlangen zu wollen. Verkehrsschild im Schnee

Mal kurz die Fakten. Ein Zeitungsabo der Süddeutschen Zeitung kostet 54,40 Euro im Monat (innerhalb Bayerns). Eine Menge Geld, für das man eine Menge Papier frei Haus erhält, das man mehrheitlich nicht (mehr) liest. Aber der Deal ist o. k., eine Zeitung ist was wert. Mir ist es das seit über 40 Jahren wert. Und schließlich kann man als Ehepaar das Abo zu zweit nutzen.

Digital kommt teuer

Jetzt soll man dafür, dass man viele Artikel online liest (die man dann am nächsten Tag gedruckt nicht mehr lesen will), 7,50 Euro monatlich zusätzlich zahlen. Damit nicht genug. Der Ehepartner, da nicht Abonnent, muss für das Onlineangebot 29,99 Euro zusätzlich zahlen. (Die ganzen verbilligten Angebotswochen mal beiseite gelassen, denn die sind schnell vorbei.) Macht summa summarum 91,89 Euro. Das sind 37,49 Euro mehr, knapp 70 Prozent Verteuerung.

Oder will der Verlag, dass man auf das gedruckte Produkt verzichtet. Dann wäre man mit 59,98 Euro dabei, also nur ca. 10 Prozent Kostensteigerung. (Größere Haushalte mit Kindern oder Großeltern mal beiseite gelassen.) Egal: Hier hätte man doch schon gerne wenigstens ein gutes Argument. Denn so viel besser ist die Süddeutsche zuletzt nun auch nicht geworden.

Die Gratis-Kultur des Internet

Das zentrale Argument kenne ich ja sowieso: Das altherkömmliche Businessmodell funktioniert nicht mehr. Die Werbung bricht weg. Die Klein-, Auto-, Stellen- und Immobilienanzeigen sind schon lange den Bach runter. Die Verkäufe werden weniger, die Abonnenten auch. Und Onlinewerbung funktioniert auch nur sehr bedingt, mit hohem Risiko, dass sie mit zunehmend mobiler Nutzung auch massiv einbricht. Und wer ist schuld? Nicht zuletzt ich, der immer die Gratis-Kultur des Internets propagiert habe. Seit 1995. Schon damals hat mir das keine Freunde gebracht.

Das ist natürlich Quatsch, das mit der Gratis-Kultur, aber es argumentiert sich so bequem damit. Ich habe immer dafür plädiert, dass man neue Wege der Finanzierung von Content finden muss. Auch ich habe mich mit der einen oder anderen Einschätzung geirrt. Aber die Idee, sich lieber selbst zu kannibalisieren als die Klein-, Auto-, Kontakt-, Stellen- und Immobilienanzeigen verlagsfernen Firmen zur Eroberung auf dem Präsentierteller anzubieten, wollte nie jemand akzeptieren – bis es zu spät dafür war.

Google ist an allem schuld

Wie wenig – im Ganzen gesehen – Online-Werbung funktionieren kann, habe ich nicht abgesehen. Zu sehr habe ich Werbung als selbstverständliche Finanzierungsmethode von redaktionellen Inhalten gesehen. Ein wohl unvermeidlicher blinder Fleck der beruflichen Selbstwahrnehmung, wenn man über Jahrzehnte im Magazin-Business (vor dem Internet) davon – gut – gelebt hat.

Nun ist also – neben der Gratis-Kultur des Internet, versteht sich – die Digitalisierung daran schuld, dass das Anzeigenbusiness nicht mehr funktionieren will. Genauer gesagt ist Google dran schuld. Das behaupten zumindest die Großverleger und ihre Verbände. (Zur selben Zeit, arbeiten diese aber munter und sehr bereitwillig bei der Vermarktung ihrer Inhalte mit Google zusammen. Darüber wird aber brav still geschwiegen.)

Der Geburtsfehler der Qualitätsmedien

Die Wahrheit ist eine andere: Es war der Geburtsfehler der Zeitungshäuser schlechthin, dass von Anfang an die Werbung die teuren Herren und Frauen Journalisten und die von ihnen (mal teuer, mal weniger teuer) produzierten Inhalte quer subventioniert haben. Ein verständlicher Fehler. Schließlich sind viele Publikationen einst von Druckereien gegründet worden, die ihre Maschinen ausgelastet sehen wollten. Und wenn es informative und qualitätsvolle Inhalte brauchte, zwischen die man werbliche Inhalte platzieren konnte, dann war man sogar bereit, für Inhalte Geld in die Hand zu nehmen.

Dabei waren es genau diese qualitativen Inhalte, die Meldungen, die Features, die Reportagen, die Meinungen, die Reflexionen und auch die Provokationen, die unsere Gesellschaften, die unsere Demokratien erst möglich machten – und so lange prägten, dass sie uns heute – fälschlicherweise – selbstverständlich erscheinen. Ohne eine freie Presse, ohne die Vielfalt an gedruckten Meinungen wäre unsere pluralistische Gesellschaft nicht möglich.

Die Bezahl-Kultur durch Werbung

Blöd nur, dass ausgerechnet alles das dank der Finanzierung durch Werbung möglich wurde. Sozusagen haben wir nun schon seit ca. 150 Jahren eine fatale Nicht-Bezahl-Kultur von Inhalten durch Anzeigen und kommerzielle Angebote. 150 Jahre Bezahl-Kultur durch Werbung. Und genau die droht jetzt durch die Digitalisierung, vulgo GoogleFacebookTwitterWhatsAppPinterest&Co kaputt zu gehen. Aber ausbaden soll das nun der Käufer und Abonnent von Inhalten, weil der schuld ist an der Gratis-Kultur des Internet? Oder so.

Was mich daran so ärgert, ist die Business-Ignoranz der Verlage. Mit ihren Bezahlschranken sorgen sie sehr effektiv dafür, dass sie sich einerseits komplett und offenen Auges von jungem Lesepublikum verabschieden. Und zum zweiten nehmen sie sich aus dem öffentlichen Diskurs heraus, der heute nun mal in sozialen und mobilen Medien stattfindet. Und das alles nur, damit der Tod auf Raten ein wenig länger dauert und die Raten ein weniger billiger werden, weil von zahlendem Publikum ein wenig gegenfinanziert. Lange genug, damit die heute verantwortlichen Redakteure und Manager vermeintlich heil in Rente sind.

Die Hybris der hybriden Medien

Dafür überlassen sie das Feld den Content-Produzenten, die nur auf Klick-Millionen und -Milliarden aus sind, wie es etwa Jonah Peretti, Gründer von Buzzfeed, vor Kurzem auf der SXSW in Austin in seinem Vortrag deutlich gemacht hat. Dabei ist ihm völlig egal, welcher Plattform er sich dabei bedient. Eine eigene braucht er fast gar nicht, nur mehr für solche Medien-Dinosauriere, die mit ihren Laptops Homepages ansteuern. Also für Non-Digitals, die auch bereit sind, Bezahlschranken zu akzeptieren.

Wie fatal so eine Haltung ist, die alle neuen Content-Produzenten pflegen, die ihr Geld mit Native Advertising und anderen – vornehm gesagt – hybriden Finanzierungsmodellen machen, hat in einem bemerkenswerten Artikel in iMEDIA “How advertising ruined publishing” Sean X. beschrieben: Wenn es keine klare und nachvollziehbare Trennung von kommerziellen und nicht-kommerziellen (vulgo: qualitativen) Inhalten gibt, bricht das komplette System des Publishing, wie wir es kennen und wie es unsere Gesellschaft geprägt hat, zusammen.

Ein möglicher Ausweg: Content-Streamingdienste

Sean X. ist VicePresident des Acquisition Marketing von creditera, einem Online-Business-Kredit-Anbieter. Sein Ausweg aus dem Finanzierungsdilemma von Qualitätsinhalten durch Werbung ist Micropayment, also das problemlose Zahlen von Artikeln ohne Abogebühren etc. (siehe oben); also sozusagen Bezahlschränkchen, so klein, dass sie niemand stören. Ich halte diesen Weg für nicht sehr gelungen und durchsetzbar – schon mangels funktionierenden und akzeptierten Micropaymentsystemen.

Ich halte eine andere Lösung für viel einfacher – und ich praktiziere sie seit geraumer Zeit täglich bzw. monatlich. Wie es gut funktionierende Musik-Streamingdienste wie Spotify oder Deezer gibt, die binnen kürzester Zeit auf Konsumentenseite akzeptiert worden sind, müsste es schleunigst wirklich gute Content-Streaminganbieter geben. Versuche in diese Richtung gab es schon, etwa Online-Kioske von Google (ausgerechnet!) oder von deutschen Verlegern (ausgerechnet!). Nur haben die nicht funktioniert, waren nicht ausgereift oder sind vor Bekanntwerden schon dem Vergessen anheim gefallen.

Mal sehen, wer groß und entschlossen genug ist, so etwas durchzusetzen. Weltweit, unkompliziert, bezahlbar und mit wirklich optimalen Inhalten. Dagegen würden sich Buzzfeed, Huffington Post, Vice und wie die Klick-Schleppnetzfischer alle heißen, schwer tun. Und Content-Produzenten sollten dann genug Geld bekommen, um wirklich qualitative Inhalte produzieren zu können, weil sie dann auf gesellschaftliche Relevanz gepolt sein können und nicht auf Klick-Gier. Das würde den Online-Inhalten generell mehr als gut tun.


Wo ist die Zeit geblieben? Hat sie ein Zuhause?

Gerade in diesem Moment poppt in der Facebook-Timeline von Peter Glaser der Satz auf: “Bei euch macht die Zeit tick-tack, tick-tack. Bei uns macht sie Mmmmmh.” Es gibt solche absonderlichen Momente spontaner Weisheit. Immer öfter. Im Internet. Ein Satz steht im Raum, noch nie zuvor gehört oder gelesen. Aber es ist, als hätte er schon seit langem einem selbst auf der Zunge gelegen. – Zunge? – Oder wo man halt sonst sein Zeitgeistgespür verorten mag.

iStock_000017987518LargeAlles jammert, dass die Zeit immer schneller verrinnt. Dass sie sich beschleunigt – und mit ihr unser alltägliches – allzeitliches – Leben. Das ist das Schöne an kontinuierlicher Beschleunigung. Irgendwann kommt da selbst die Zeit nicht mehr mit. Dann löst sie sich auf. Aus dem “Tick-Tack” wird ein rhythmusloses, losgelöstes Seufzen, Brummen, ein ratloses “Mmmmmh”. Und das ist schön. Die Zeit bleibt da nicht stehen, aber sie macht sich auf eine eigene Art überflüssig – und unwichtig. Auch an der Zeit nagt der Zahn der Zeit.

Die Zeit hat sich seit der Digitalität immer weiter aufgelöst. Sie hat ihr Zuhause verloren. (Daher auch immer wieder die Frage: Wo ist die Zeit geblieben?) Das Nacheinander von Informationen ist dem Nebeneinander, Übereinander und Durcheinander von Zeitigkeit, von Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit gewichen. Die Zukunft wird zunehmend von der Gegenwart eingeholt. – Traut sich noch jemand “Zukunftsforscher” zu nennen? Und welche Zukunft will er noch prognostizieren? Die von heute? Morgen ist doch sowie schon fast vorbei. Und findet das überhaupt statt?

Zeitreise zurück im Gedankengang

Die Verschiebung von heute, morgen, gestern ist für Zeitungsleser jeden morgen Alltag. Mehr als die Hälfte der Nachrichten sind Déjà vu. Hat man doch alles längst schon gelesen und gesehen. Ein weiteres Viertel der berichteten Wirklichkeit trägt eine seltsames Patina. Man ist selbst doch schon längst sehr viel weiter mit seinen Gedanken. Man muss, wenn man denn dazu bereit ist, den Gedankengang mühsam wieder zum Stand des jeweiligen Autoren zurückgehen. – Und nur ganz, ganz wenig ist in der alltäglichen Zeitung nach vorne gedacht. (Am Wochenende in der Süddeutschen ist der Anteil angenehmerweise deutlich höher.)

So verrutscht unser Zeitempfinden immer dramatischer. Und von wegen “Tick-Tack”. Wir haben uns doch längst von dieser Rhythmik befreit. Wer auf sich hält, trägt keine Armbanduhr mehr. Das sichtbarste Zeichen eines digitalen Commitments ist die blanke Handfessel. Es sei denn man ist iOS-hörig und schraubt sich nun dort eine Smartwatch an, die nicht tickt und auch nur bestenfalls 18 Stunden lang am Stück die Uhrzeit zeigt, bevor sie mangels Saft verglimmt. Stumm. Ganz ohne mmmmmh.

Der Jetlag des Prekariats

Schnell ganz schnell musste die Smartwatch auf den Markt, ehe sich zu viele Menschen an eine uhrlose Handfessel gewöhnen. Dann wäre der letzte Platz, gerade Männern Geld für ein kleines Stück Körperschmuck abjagen zu können verloren gewesen. Und die Zeitlosigkeit wäre zur grundexistenziellen Grunderfahrung avanziert. Der reinste Horror Vacui, nicht nur für Juweliere.

Apple weiß, dass die Uhrzeit am wenigsten interessant ist an der Apple-Watch. Die bekommt man dann ja auch gratis. Man zahlt aber mit den persönlichen Daten der täglichen Lebensführung, den Leistungsdaten der Fitness-Apps – und natürlich dem eCommerce-Know how der Payment-App. Zeit ist unwichtig, die Daten sind der Schatz, den es zu heben gilt. Das Leistungsprinzip wird neu definiert. Statt Arbeit pro Zeit gilt nun Datendichte pro User.

Die Befreiung der Zeit

“Time is on my side!” – singen die Rolling Stones – “yes it is!” Und weiter: “Now you all were saying that you want to be free.” Eine schöne Weisheit. (Stammt nicht von den Stones, sondern von Textautor Jerry Ragovoy.) In der digitalen Welt ist Zeit fast immer das Jetzt. Eines, das uns hetzt, wenn wir nicht aufpassen. Dann ist es geschehen um unsere Freiheit. Das Jetzt kann man aber auch zu genießen lernen. Wir üben das, indem wir gleichzeitig ganz viele Jetzte beobachten. Bei Facebook, Twitter & Co.. Jetzt in Bild, Ton, Text und Video. Ein fraktales, über alle Welt hinaus zersplittertes Jetzt. Ein Jetzt, an dem stets noch ein bisschen Flaum dran klebt. Ein kleiner Gruß aus der Zukunft – beziehungsweise, was davon noch übrig geblieben ist.

Was machen aber nun die Menschen, bei denen die Zeit noch “tick-tack” macht und nicht “mmmmmmh”. Die noch den Stechschritt der Zeit brauchen, um sich in der Welt heimisch zu fühlen? Was tun, wenn man Angst vor der Auflösung der Zeit hat? Wenn man noch diese drög konventionelle Aufteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft braucht, um sein Leben zu organisieren? Wohin mit der Zukunftsangst, wenn es keine Zukunft mehr gibt? Und was tun mit den wehmütigen Erinnerungen, wenn die Gegenwart einen mit so vielen, auch schönen Bilder bombardiert – und die Wissenschaft längst beweist, dass alle Erinnerungen irgendwie Einbildungen sind?

Also ich habe den Verdacht, dass das mit einem auf Logik und Zack getunten Gehirn nicht so recht funktionieren mag. Eher mit einem sehr relaxten Mind, der gerne mal im “mmmmh”-Modus läuft. Ein wacher, aber absichtsloser Geist, der sich kindlich über die Ereignisintensität einer immer fraktaler werdenden Gegenwart freuen kann. Und ein kreativer Geist, der die Masse an Input genießt – und kreativ das Beste daraus macht: noch mehr Jetzt. Noch mehr “Mmmmmh”.

Damit fangen wir gleich mal an. Jetzt! – Mmmmmh…


Kritik am Internet – unter allem Niveau

Das hat das Internet nicht verdient. Wirklich nicht. Es hat einfach miserable Kritiker. Und sie werden immer schlechter. Aber das niedrige Niveau der Kritik am Internet hilft beiden interessierten Seiten. Den Digitalphobikern, weil sie es sich weiter in ihrer Modernitäts-Allergie und Technologie-Angst gemütlich machen können. Und es kommt zugleich den Internet-Technologen und -Magnaten zupass, weil sie dank solch zahnloser, nur Vorurteile wiederkäuende Kritik völlig ungestört weitermachen können und so gut wie nie kompetent (!) hinterfragt werden. Eine reverse Win-Win-Situation…

Andrew Keen

Andrew Keen

Zu Beginn des Internets, in den 90er-Jahren, war in den deutschen Medien immerhin noch ein Joseph Weizenbaum der bevorzugte Kritiker des Internet. Sein eigentlicher Gegner waren der Computer an sich und die künstliche Intelligenz. Und hier waren seine warnenden Worte nicht so falsch. Aber da Internet-Kritik höher nachgefragt war, bediente Weizenbaum auch diesen Markt. Er nannte also das Internet einen “Schrotthaufen” mit nur 10 Prozent “Perlen und Goldgruben”. Den Term “Schrotthaufen” hörte die non-digitale Intelligenzia hierzulande nur allzu gerne. Dass 10 Prozent Perlen bei der Unmenge der Inhalte im Netz ein ungeheurer Fundus ist, wurde geflissentlich übersehen.

Vom Paulus zum Saulus

Den nächsten Heroen der Internet-Kritik gab dann Jaron Lanier. Er wurde umso mehr geliebt, weil er einst Internet-Wunderkind war und erst zum Kritiker mutierte. Aussagen von ihm wie: “Du bist nicht der Kunde der Internetkonzerne. Du bist ihr Produkt.”, gehen hierzulande runter wie geschmolzene Platinen. Was dabei aber übersehen wird, ist die Tatsache, dass Lanier nicht das Internet an sich kritisiert, sondern speziell seine derzeitige (hyper-)kapitalistische Ausgestaltung.

Fachlich waren bzw. sind Weizenbaum und Lanier unbestritten. In ihren Thesen waren sie nie um Deftigkeit und Knalligkeit verlegen, aber all ihre Kritik hatte noch irgendwie Hand und Fuß. Es war eher die Rezeption, speziell in Deutschland, die ihre Kritik problematisch machte. Ihre Argumente wurden stets auf Plattitüden verkürzt, wo sie doch eher als Anstöße für eine fruchtbare Diskussion geeignet waren. Vor allem aber hatten beide intellektuellen Esprit.

Wer verkauft Daten

Die kann man Andrew Keen keineswegs attestieren. Der füllt zur Zeit die kurzzeitig vakante Position des Internet-Bashers in Deutschland aus. Seine Kompetenz ist der Start eines obskuren, längst gescheiterten Internet-Start up. Seitdem lebt er von seinen Büchern, die er eifrig auf Vortragstourneen zu vermarkten weiß. Zuerst nahm er in “The Cult of the amateur” (“Die Stunde der Stümper”) Wikipedia aufs Korn, jetzt ist es in “The Internet is not the answer” das Internet selbst, speziell aber Social Media, an dem er sich abarbeitet. Mit arg unzulänglichen Mitteln. Wie billig und auch falsch seine Kritik ist, zeigt ein Interview mit ihm in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Februar 2015. (Natürlich nicht online.)

1. Zitat Keen: “Firmen wie Google und Facebook verkaufen unsere Daten im Netz.” – Das stimmt doch so nicht. Es gibt genug Firmen, die Daten verkaufen. Adresshändler, Datenaggregatoren und natürlich auch alle unsere Medienhäuser. Und die verkaufen Daten seit ewigen Zeiten und auch schon vor der Internet-Zeit: Etwa frei zugängliche statistische und persönliche Informationen, Kreditkartendaten etc. Richtig ist, dass Google, Facebook – und auch Apple – mit Daten Geld verdienen. Aber nicht indem sie Daten verkaufen, sondern personalisierte Werbung in Auktionen zu Geld machen. Das kann man in Frage stellen. Aber wer behauptet: Google & Co. verkaufen Daten, macht es sich zu leicht, bedient tumbe Ressentiments – und verdummt seine Leser.

Der Job-Vernichter Internet

2. Zitat Keen: “Das Internet zerstört alte Berufe, ohne dass es neue schafft. Die Internetökonomie zerstört nur.” Das stimmt so nicht. Das Internet schafft unglaublich viele neue Einkommensmöglichkeiten, auch viele neue Berufe. Vor allem verwechselt Andrew Keen die Digitalwirtschaft mit der Internetökonomie. Das zeigt sein gern genutztes Beispiel des Filmherstellers Kodak, bei dem 134.000 Arbeitsplätze verloren gingen. Daran war nicht Instagram schuld, wie er behauptet, sondern die Digitalisierung der Fotografie. Warum behauptet Keen solchen Unfug? Instagram hilft nur, die sowieso digital geschossenen Fotos netzwerktauglich zu verbreiten.

3. Oder Keen über Twitter: “Dieser permanente Schwall an 140-Zeichen-Nachrichten, voll von selbstreferenziellem Narzissmus. Jeder spricht dort immerzu mit sich selbst.” Dieser Vorwurf würde bei vielen Facebook-Accounts sicher stimmen, aber nicht bei Twitter. Genau deswegen hat Twitter auch nicht ansatzweise dieselbe Verbreitung wie Facebook. Twitter ist ein hervorragendes Micro-Distributions-Tool, ideal für Recherche, ideal für inhaltlich wertvolle Updates. Und jeder kann sich ganz leicht gegen Dampfplauderer wehren: einfach entfolgen. – Hat Keen Twitter nicht verstanden, oder warum behauptet er solchen Unsinn?

Blanke Banalitäten 

4. Zitat Keen: “Demokratie und Internet sind ein Widerspruch in sich. Man sagt ja immer, das Netz gäbe auch Milieus eine Stimme, die vorher keine hatten. Das ist ein sehr herablassender Gedanke. Die Menschen in Demokratien hatten immer eine Stimme.” – Fragt sich, wie Keen zu so etwas kommt? Einzelne Stimmen wurden vor dem Internet wirklich nicht gehört. Und es wurde die Stimme auch gar nicht erst erhoben, weil man Ohnmacht spürte. Man ahnte ja nicht, wie viele Menschen etwa ähnlich dachten und fühlten. Heute ist das dank des Internets möglich. Dass das auch unsinnigen und politisch unliebsamen Protest möglich macht, ist die Kehrseite einer aber generell sehr ehrenwerten Medaille.

Aber so etwas passt natürlich nicht in das sehr einfach gezimmerte digitale Weltbild eines Andrew Keen. Schade drum. Durch seinen Hang zu simplen Ressentiments nimmt er vielen Themen, die es verdienten diskutiert zu werden, jede Chance. Keen geht es nicht darum, das Internet besser zu machen, sondern nur darum, seine Bücher zu verkaufen. Das ist legitim. Aber noch lang kein Grund, ihm zuhören zu müssen. Es ist faszinierend zu beobachten, dass die etablierten Medien es dennoch so gerne tun.

Tim O’Reilly, Internet- und Social 2.0-Vordenker – und Kongress-Veranstalter, hat das Phänomen Andrew Keens gut auf den Punkt gebracht: “Nach meiner Einschätzung geht es ihm einfach nur darum, einen Dreh zu finden, irgendeine Kontroverse loszutreten, um dazu ein Buch zu verkaufen. Seiner Kritik geht stets jede Substanz ab.”

Sächsische Stimmungen

16. Januar 2015


Pegida und die Folgen: Entrüstung und Ratlosigkeit

Jeden Montag protestieren mehr Menschen in Dresden gegen die Islamisierung Deutschlands. Ebenso absurd wie verwerflich, sich dabei mit den schmutzigen Randgestalten des rechten Sumpfs gemein (in des Wortes Bedeutung) zu machen. Die Entrüstung darüber ist ebenso richtig wie angebracht. Ebenso die Gegendemonstrationen, die glaubwürdig zeigen, dass die große Mehrheit der politisch aktiven Deutschen anders denkt.

CSUnixAber damit ist es nicht getan. Denn Pegida ist mehr. An der sonderlichen Thematik der vermeintlichen Islamisierung hat sich ein generelles Unwohlsein von unpolitischen Menschen herauskristallisiert. Man muss sich nur die ebenso konfusen wie diffusen Slogans der Protestplakate ansehen und die Aussagen der mehrheitlich brav bürgerlichen Demonstranten anhören, um zu ahnen, dass es hier um eine krude Mischung aus Frust, Ohnmacht, Selbstmitleid und missverstandener Politik handelt.

Der Protest der Nichtwähler

Mal die kleine Gruppe der Pegida-Trittbrettfahrer, der NPDler, dem anderen rechten Gesocks, der AfDler und anderer Weltverschwörungs-Dilettanten außer acht gelassen. Mich treibt die breite Masse der Demonstranten um, die jeden Montag die Zahl der Teilnehmer um weitere Tausende vergrößert. Das sieht mir in seiner Ungelenkheit und Verstocktheit wie die erste große (Polit-)Demo non Nichtwählern aus. Sie sehen in der Pegida – endlich – die Möglichkeit, ihrem Frust und ihren Ängsten öffentlichkeitswirksam Ausdruck zu geben. Sie wollen auch mal samt ihren unbeholfenen bis kruden Meinungen wahrgenommen werden. Und dafür nehmen sie sogar den unsinnigen Themenrahmen der Islamisierung in Kauf.

Und je mehr Zulauf Pegida hat, umso mehr wird das zu einem Kameradschaftstreffen der besonderen Art. Man fühlt sich in der Masse wohl. Man fühlt sich in seinem Unwohlsein nicht mehr allein, sondern aufgehoben in einer riesigen, angenehm diffusen Wolke des Dagegenseins. In ihr wird Selbstmitleid zur stolzen Haltung. Wird Ohnmacht zu Macht. Wird Frust zum Triumph des kleinen Mannes. Und jeder Gegendemonstrant, jede hämische Kritik in der Presse, jedes Widerwort stärkt den eigenen verstockten Stolz.

Die APO des 21. Jahrhunderts

Wer erinnert sich heute noch wirklich an die – heute so glorifizierten – 60er-Jahre und ihre Studentenproteste? Und wer ist heute ehrlich genug zuzugeben, dass ein Teil des Erfolges dieser Demos auch eine ähnliche Verschworenheit des Dagegenseins war? Ich erinnere mich, dass ich mich immer sehr wunderte, wer da alles irgendwann auf den Demos mitlief. Kommilitonen, von denen man noch nie eine politische Äußerung gehört hatte. Schulfreunde, die eher politisch wurstig waren, demonstrieren aber geil und schick fanden. (Auch wegen der Mädels.)

Der große Unterschied war, dass damals das große Ziel die Demokratisierung der Bundesrepublik war – und das Ende der verschwörerischen Macht der alten braunen Seilschaften. – Ich könnte mir vorzustellen, dass sich die Pegida-Kohorte auch stolz als Speerspitze gegen Seilschaften fühlt, seien sie rote, grüne, pinke oder regenbogenfarbene Seilschaften. Nur fehlt ihnen jedes seriöse und nachvollziehbar politische Ziel. Das lässt einen so ratlos vor diesem Phänomen – und macht so wütend.

Die Vorhut einer großen Unwohlsein-Bewegung

Ich denke nicht, dass Pegida & Co. eine große Zukunft haben. Zu eindeutig beziehen vernünftige Menschen dagegen Stellung. Aber ich habe die Befürchtung, dass das nur die Vorhut ist. Es gibt einfach zu viele Menschen, die angesichts einer sich unbarmherzig beschleunigenden Welt und einer immer weiter diffundierenden Gesellschaft eine tiefe Ratlosigkeit, Perspektivlosigkeit und Desorientierung spüren. Was ist, wenn es bei denen zu einer Art politischen Übersprungshandlung kommt?

Ich denke da an die Väter, die die Kränkung des Autoritätsverlustes verdauen müssen, wenn sie sich von ihren Kindern das Handy konfigurieren lassen zu müssen. Ich denke an die überbetreuenden Mütter, die bald an der lauthalsen Undankbarkeit ihrer Kinder werden knabbern müssen. Ich denke an die vielen Menschen, die schon heute im Zuge von Digitalisierung und Rentabilität Angst um ihren vermeintlich sicheren Job haben. Ich denke an die vielen Jugendlichen, die ihre übergroßen, unrealistischen Träume von Ruhm, Geld und Anerkennung schmerzhaft verlieren werden. Ich denke an die vielen älteren Menschen, die beim Rentenkollaps unversehens Armut  erleben werden, und wenn es nur eine gefühlte Armut ist.

Ein unendliches Arsenal an Frustbewegten

Das Arsenal an möglichen Frustbewegten ist ebenso absehbar wie riesengroß. Denken wir an die Opfer unserer narzisstischen Gesellschaft, die jedes eigene Versagen auf alle Fälle der bösen Gesellschaft und/oder der Politik in die Schuhe schieben werden. Denken wir an die Menschen, die nach dem Verlust aller Orientierungspunkte, die die Gesellschaft uns bisher gab: Familie, Werte, Regeln, Religionen, Autoritäten – in einer diffusen, sich kontinuierlich selbst verstärkenden Leere herumirren. Denken wir an die schwer verbitterten Opfer von Depressionen, die keine Hilfe und kein Verständnis erleben. – Die Liste ließe sich beliebig verlängern…

Diese unangenehme Vision lässt mich unbehaglich werden, wenn ich auf den Gegendemonstrationen gegen Pegida Ansätze von Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit entdecke. Wenn ich in den sozialen Netzwerken starke Meinungskraft aber wenig Nachdenklichkeit erlebe. Wenn ich erlebe, dass man das Frustproblem anderer mit seiner eigenen stolzen Haltung zu widerlegen glaubt. Es ist zu einfach, sich über die Einfaltigkeit und ja, auch Dummheit der Pegida-Demonstranten zu entrüsten – oder sogar darüber abzulachen. Es geht keinesfalls darum, Verständnis zu zeigen für deren schmollende Entrüstung und deren unsensiblen Umgang mit rechtem Gedankengut und rechten Parolen. Aber die Problemlage wird dadurch nicht entschärft.

Politik ist mehr als schicke Veranstaltungen

Politik ist mehr als nur mal auf eine Demo zu gehen. Es geht darum, die Ursachen für die absehbare Frustration breiter Teile der Gesellschaft abzustellen. Bei einigen Themen wäre das vergleichsweise einfach. Aber welche Partei bietet – bitteschön – ein Rentenkonzept, das den demographischen Realitäten der Zukunft wirklich Rechnung (in des Wortes Bedeutung) trägt. Wo sind die Konzepte, den Jugendlichen faire Chancen für einen Weg in eine Berufswelt zu geben, die sowieso sehr lange dauern wird und unendlich viele Wendungen erfahren wird. (Und wie sieht eine Schulbildung dafür aus?)

Wo ist ein sinnvolles Konzept, unsere Gesellschaft fit zu machen für die Disruptionen unserer digitalen Welt? Wie sieht eine sinnvolle Agenda gegen die neue Volkskrankheit “Depression” aus? Wo sind die Menschen, es müssen ja keine Politiker sein, die Orientierung und einen Wertekanon glaubhaft vorleben? Ein Gauck alleine reicht da nicht. – Und warum werden so sinnvolle Ideen wie eine Grundrente, die viele der Probleme der Existenzangst, der sozialen Kränkung und der Behördenwillkür lindern könnten, einfach negiert?

Wir brauchen Politiker, die wirklich effektiv handeln. Bürgerzentriert und lobbyimmun. Wir brauchen den Mut zu neuen Konzepten statt der üblichen Rücksichtnahme auf vermeintliche Wählerwünsche. Denn so wird das Gros der Nichtwähler immer größer – und zurecht. Und wehe wenn diese die Mehrheit haben. Da ist Pegida nur der Vorgeschmack. In Liliput-Format.

Und wir brauchen eine Medienlandschaft, die auch mal Mut gibt. Die nicht nur Panik schürt und Hysterien befeuert. So dumm wie der Vorwurf der “Lügenpresse” ist. Wäre da Panik-Presse oder Hysterie-Medien auf den Protestplakaten gestanden, wer hätte da dagegen argumentieren können?

Und wir brauchen eine stolze Gelassenheit. Nur so können wir entspannt und konzentriert Probleme angehen. Wie dies aussehen könnte, habe ich ja erst vor Kurzem beschrieben in meinem Artikel zur “Adriatischen Stimmung”.

Adriatische Stimmung

5. Januar 2015


Frank Schirrmachers mediterrane Vision

“Ich möchte, dass wir unseren Plan verwirklichen. Adriatische Stimmung des Lebens: also mediterran sonnig.“ So lautete eine SMS von FAZ-Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher an Springer-Vorstand Matthias Döpfner kurz vor seinem Tod Juni 2014. Er konnte nicht mehr ausführen, was er speziell als adriatische Stimmung verstanden hat. Eher erstaunlich so ein Satz bei der dystopischen Ausrichtung seiner letzten Bücher. Wie dem auch sei – ich lebe jetzt wieder zehn Tage lang an der Adria. Es ist sonnig. Landschaft, Himmel und Essen sind mediterran. Ich mache mich mal auf die Suche nach der adriatischen Stimmung.

Am Strand der Adria - in Cupra Marittima.

Adria, das sind zur Zeit brennende Fähren, das sind Flüchtlinge, die übers Meer kommen, das sind geborstene Asphaltstraßen, das sind Missernten (Wein, Oliven) – und immer mehr geschlossene Geschäfte und Restaurants. Die Krise in Italien hat die letzten Ersparnisse aufgezehrt. Es finden aber keine Insolvenzen statt, man einigt sich lieber. Denn in Italien wird mangels Liquidität gerne mit Wechseln bezahlt. Dabei entstehen regelrechte Wechsel-Ketten. Wenn aufgrund einer Insolvenz Wechsel platzen, bricht die komplette Kette in sich zusammen. Das will keiner.

Die stille Krise

In Italien macht man wegen wirtschaftlicher Engpässe kein großes Gedöns. Zum einen verbietet das ausgeprägte Bedürfnis, nach außen hin stets eine gute Figur (bella figura) abzugeben, jedes laute Wehklagen und Jammern. Zum anderen hilft man sich, so gut es geht, gegenseitig. In der Familie – und auch darüber hinaus. Hier ein kleiner Job, dort eine kleine Verdienstmöglichkeit. Das ist dann die positive Seite der in Italien allgegenwärtigen Schattenwirtschaft: Es geht immer ein bisserl was.

Proteste gegen die Sparpolitik der italienischen Regierung erleben nur die großen Städte. Dort sind die von den Gewerkschaften organisierten Demonstrationen Teil des politischen Kasperltheaters: Beppe Grillo gibt den Kasperl – in der anarchischen Version. Silvio Berlusconi ist das Krokodil – il caimano ist sein Spitzname. Matteo Renzi versucht sich mal in der Rolle des Prinzen und dann wieder des Zauberers. Die Rolle des Wachtmeisters (bzw. Steuereintreibers) ist nicht besetzt.

Die Schönheit des Südens

Adria im Januar: Nach Stürmen und Kälte herrscht jetzt milde Wärme und ein wunderbares Farbenspiel der flacher einkommenden Sonnenstrahlen: mal gelbes, mal rotes, mal weißes Licht, das die immergrüne Landschaft in stets neuen Nuancen ausleuchtet. Mal ganz klar, mal von Dunst gefiltert. Die Strände leer von Menschen. Überall ein wenig Strandgut: von der Natur geschaffene kleine Kunstwerke aus Holz und Stein, versetzt mit buntem Plastikmüll. Und von der Ferne grüßen die schneebedeckten Berge des Apennin.

Die Adria-Landschaft im Winter: das sind frisch gepflügte braune Felder. Das sind absurd verdrehte nackte Baumskulpturen  der Feigenbäume. Das sind silber glänzende Olivenhaine und sattgrüne Wiesen. Das sind dunkelgrüne Orangen- und Zitronenbäume, in denen massig reife Früchte in gelb und orange aufblitzen. Nicht mehr lange, dann verkünden  die Mimosen in knalligem Gelb den Frühling.

Lebensfreude und Krise

Vielleicht entsteht genau hier ein erster, brauchbarer Ansatz für eine Definition der Schirrmacherschen “Adriatischen Stimmung”: Es geht uns gut, obwohl die wirtschaftlichen Voraussetzungen dazu eigentlich fehlen. Oder anders herum: Krisen sind schlimm genug. Aber doch noch lange kein Grund, sich sein Leben vermiesen zu lassen. Oder ein dritter Definitionsansatz: Wie sollen wir die schwierigen Zeiten, die uns drohen, vernünftig bewältigen, wenn wir dabei vergessen, das Leben und all seine Annehmlichkeiten so gut und so bewusst wie möglich zu genießen.

Es geht nicht um Verdrängung, es geht nicht darum, sich die Welt schön zu träumen, wo sie nicht schön ist. Aber umgekehrt macht notorisches Jammern schnell blind für die Schönheiten der Welt, versperrt Miesepeterei die Sicht auf positive Ansätze. Angst essen Seele auf, Sorge verengt Perspektive, Pessimismus hemmt Kreativität, Trübheit verdunkelt den Blick.

Nietzsche im Süden

Unser des Optimismus und der Schönmalerei völlig unverdächtiger Philosoph Friedrich Nietzsche hat auf seiner Italienreise 1882 das deutsche Talent, seinem Glück, einem gelungenen Leben und gesunder Zuversicht wirksam im Wege zu stehen, sehr schön in seinem Gedicht “Im Süden” beschrieben. Hier seine Empfehlung, die Seele das Fliegen zu lehren:

“Nur Schritt für Schritt – das ist kein Leben,
stets Bein vor Bein macht deutsch und schwer.
Ich hieß den Wind mich aufwärts heben,
ich lernte mit den Vögeln schweben, –
nach Süden flog ich übers Meer.

Vernunft? Verdrießliches Geschäfte!
Das bringt uns allzubald ans Ziel!
Im Fliegen lernt ich, was mich äffte, –
schon fühl ich Mut und Blut und Säfte
zu neuem Leben, neuem Spiel …”
(Nietzsche – Die fröhliche Wissenschaft)

Die Seele fliegt

Der deutschen Schwere setzt er ein wunderbar poetisch beschriebene italienische Landschaftsidyll entgegen. Adriatische Stimmung pur:

“Das weiße Meer liegt eingeschlafen,
und purpurn steht ein Segel drauf.
Fels, Feigenbäume, Turm und Hafen,
Idylle rings, Geblök von Schafen, –
Unschuld des Südens, nimm mich auf!”

“Die Unschuld des Südens”, ob sie Angela Merkel je bei ihren Urlauben in Südtirol oder auf Ischia kennengelernt hat? Ob sie sie je verstanden hat? Ob sie sie zu lieben gelernt hat? Und wenn ja: Warum verdrängt sie dieses wundervolle Gefühl immer wieder so erfolgreich? Und wie Sie so viele andere Menschen?

Wir haben Friedrich Nietzsches Zeilen an der Wand unseres Wohnzimmers in unserem Haus in den mittel-italienischen Marken verewigt. Hier sind wir nur drei Kilometer von der Adria entfernt. Hier laden wir uns mit Zuversicht und neuen Ideen auf. Adriatische Stimmung des Lebens. – Danke, Frank Schirrmacher!

Ich wünsche allen meinen Freunden, Lesern und Begleitern Freude und Zuversicht für das Jahr 2015 – und darüber hinaus.

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